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Trauerfeier für einen getöteten IS-Anhänger

Kirche in Hamburg Trauerfeier für einen getöteten IS-Anhänger

Christen und Muslime gedenken gemeinsam in der evangelischen St. Pauli Kirche eines getöteten IS-Anhängers. Dazu finden sich in den sozialen Netzwerken viele Anfeindungen.

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Christen und Muslime gedenken gemeinsam in der evangelischen St. Pauli Kirche eines getöteten IS-Anhängers.

Quelle: Axel Heimken/dpa

Hamburg. Mit einer christlich-muslimischen Trauerfeier soll am Freitag (15 Uhr) in der Hamburger St. Pauli Kirche an einen jungen IS-Anhänger erinnert werden, der im Kampfgebiet der Terrormiliz ums Leben kam. Der Gottesdienst für den 17-jährigen Florent, der in der salafistischen Szene „Bilal“ hieß, hatte im Vorfeld für heftige Diskussionen gesorgt.

„Ich bin schon öfter kritisch angegangen worden, wie ein Pastor eine Trauerfeier für einen Terroristen machen könne“, sagte Pastor Sieghard Wilm. „Es gab aber auch Verständnis für diese Entscheidung, dass die Kirche einen geschützten Raum anbieten will für die Trauer der Familie und Freunde.“ Der Sprecher der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland, Stefan Döbler, erklärte, die christlich geprägte Familie habe „um diese Form der seelsorgerlichen Begleitung für Hinterbliebene gebeten“.

Der in Kamerun geborene Florent kam schon als kleines Kind nach Deutschland. Er stammte nach Angaben des Hamburger Landesamtes für Verfassungsschutz aus einer christlichen Familie, konvertierte aber mit 14 Jahren zum Islam und radikalisierte sich.

Im Frühjahr 2015 reiste der Hamburger nach Syrien. Die Umstände seines Todes im vergangenen Juli sind unklar. Laut Verfassungsschutz erkannte Florent kurz vor seinem Tod, dass die Wirklichkeit im Kriegsgebiet in keiner Weise den Versprechen des IS entsprach. Er warnte seine Glaubensbrüder per Audiobotschaft.

Der innenpolitische Sprecher der CDU in der Bürgerschaft, Dennis Gladiator, sagte auf dpa-Anfrage, „Florent war mit seiner später bereuten Entscheidung sich den Terroristen des IS anzuschließen Täter und Opfer zugleich“. „Seine Trauerfeier darf jetzt nicht dazu führen, dass seine Entscheidung verharmlost wird, sich den Islamistischen Schlächtern in Syrien anzuschließen“, betonte der Politiker. „Stattdessen muss sein sinnloser Tod eine weitere Warnung vor den menschenverachtenden Zielen der Salafisten und des IS sein.“

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