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Lieferwagen fuhr in Gruppe: Mehrere Tote

London Lieferwagen fuhr in Gruppe: Mehrere Tote

Großbritannien wurde erneut zum Terror-Ziel - nur knapp zwei Wochen nach dem schweren Anschlag in Manchester. Bei einem Angriff im Zentrum von London wurden mindestens sieben Menschen getötet.

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In London hat es nach Angaben der Polizei am späten Samstagabend drei schwere Zwischenfälle gegeben. Zunächst sei ein Fahrzeug auf der London Bridge in Fußgänger gefahren. Dann soll es eine Messerattacke auf dem nahegelegenen Borough-Markt gegeben haben. Anschließend habe sich ein Zwischenfall im Stadtviertel Vauxhall ereignet. 

Quelle: Dominic Lipinski

London. Nach dem Terroranschlag in London ist die Zahl der Todesopfer auf sieben gestiegen. Das sagte die Londoner Polizeichefin Cressida Dick vor Reportern am Sonntagmorgen. Sie bezeichnete die Attacken auf der London Bridge und am Borough Market als „entsetzlich und tragisch“. Die Polizei habe gehofft, so etwas nie wieder zu erleben.

Die Attacke begann am späten Samstagabend auf der London Bridge im Zentrum und setzte sich auf dem nahe gelegenen Borough Market fort. Die Täter griffen ihre Opfer zuerst mit einem Kleintransporter und dann mit Messern an. Drei mutmaßliche Angreifer wurden nach Polizeiangaben erschossen.

Rund 50 Menschen seien verletzt worden, teilten Rettungskräfte am frühen Morgen auf Twitter mit. Premierministerin Theresa May hatte zunächst von einem möglichen Terrorakt gesprochen, die Polizei wenig später dann von Terroranschlägen. Die Polizei ging am Morgen davon aus, dass es über die drei erschossenen Verdächtigen hinaus keine weiteren Täter gibt. Man müsse aber noch weitere Ermittlungen durchführen, um dies mit hundertprozentiger Sicherheit sagen zu können, erklärte Großbritanniens Anti-Terror-Chef Mark Rowley.

Sondersitzung des Cobra-Komitees

May berief Medienberichten zufolge für Sonntagmorgen eine Sondersitzung des Cobra-Komitees, des höchsten britischen Sicherheitsgremiums, ein. Am Donnerstag findet in Großbritannien die Parlamentswahl statt.

Laut Polizeiangaben fuhr am Samstagabend zunächst ein Lieferwagen auf der London Bridge in eine Gruppe von Fußgängern. Das Auto sei dann weiter zum nur wenige hundert Meter entfernten Borough Market gefahren. Dort stiegen drei mutmaßliche Täter aus und attackierten Menschen mit Messern. Nach Angaben eines Polizeisprechers wurden die Angreifer am Borough Market von Sicherheitskräften erschossen - acht Minuten nach Eingang des ersten Notrufs. Die Attentäter hätten Westen getragen, die so aussahen, als würden sie Sprengstoff enthalten. Die Westen hätte sich später jedoch als harmlose Attrappen entpuppt.

London Bridge wurde abgeriegelt

Zunächst hatte es geheißen, die mutmaßlichen Täter seien bereits auf der London Bridge aus dem Fahrzeug gesprungen und hätten verletzte Personen mit Messern attackiert. «Das war wie ein Amoklauf», zitierte die BBC einen Zeugen. Anschließend seien die Täter zu Bars und Restaurants in der Umgebung gelaufen und hätten gerufen: «Dies ist für Allah». Auf Twitter hatte die Polizei die Bevölkerung aufgefordert, das Gebiet zu meiden. Die London Bridge wurde komplett abgeriegelt. Der Borough Markt ist eine beliebte Touristenattraktion.

Die Polizei sperrte große Areale in der Stadt weiträumig ab. Sie bat die Menschen, nicht leichtfertig Videos und Bilder von den Tatorten in Umlauf zu bringen.

Messerstecherei in Vauxhall

Zunächst war vermutet worden, dass es auch im Stadtteil Vauxhall einen Angriff gab. Dabei handelte es sich aber um eine Messerstecherei, die nichts mit den Terrorrattacken im Zentrum zu tun habe, teilte Scotland Yard mit. Die vorübergehend geschlossene U-Bahnstation Vauxhall wurde wieder geöffnet.

Erst vor knapp zwei Wochen hatte der 22-jährige Selbstmordattentäter Salman Abedi nach einem Konzert des Teenie-Stars Ariana Grande in Manchester mit einer Bombe 22 Menschen mit in den Tod gerissen. Bei dem Terroranschlag waren mehr als 100 Personen verletzt worden.

Die Terrorattacke auf der London Bridge erinnert sehr an einen Angriff im März: Am 22. März 2017 war ein 52-jähriger Mann auf der Westminster-Brücke in London mit hohem Tempo in Fußgänger gefahren. Anschließend tötete er mit einem Messer einen unbewaffneten Polizisten. Bei dem Terrorangriff waren sechs Menschen ums Leben gekommen und Dutzende Menschen verletzt worden. Der Attentäter wurde erschossen.

Sadiq Khan: Anschlag ist gezielte und feige Attacke

Londons Bürgermeister Sadiq Khan sprach von einer «gezielten und feigen Attacke» auf unschuldige Londoner und Besucher. Die britische Innenministerin Amber Rudd nannte die Attacke «entsetzlich». Diese habe sich gegen Menschen gerichtet, die sich mit ihren Freunden und Familien amüsiert hätten. Unter diesen «schwierigen und traumatischen Umständen» sei sie vor allem der Polizei und den Sicherheitskräften für ihren schnellen Einsatz dankbar, so die Innenministerin.

Bundeskanzlerin Merkel bestürzt über Terrorattacken in London

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich bestürzt über die jüngste Terrorattacke in London geäußert. „Ich denke in diesen Stunden in Anteilnahme und Solidarität an unsere britischen Freunde und an alle Menschen in London“, sagte die Kanzlerin in einer am Sonntagmorgen verbreiteten Erklärung. „Meine Gedanken sind bei den Opfern des Anschlags und ihren Familien.“ Sie wünschte den Verletzten eine baldige Genesung.

„Wir sind heute über alle Grenzen hinweg im Entsetzen und der Trauer vereint, aber genauso in der Entschiedenheit.“ Die Kanzlerin bekräftigte, dass Deutschland im Kampf gegen jede Form von Terrorismus „fest und entschlossen“ an der Seite Großbritanniens stehe.

Donald Trump sprach Mitgefühl aus

US-Präsident Donald Trump habe May noch in der Nacht telefonisch sein Mitgefühl ausgesprochen, teilte das Weiße Haus in Washington mit. Auf Twitter schrieb Trump: «Was auch immer die Vereinigten Staaten tun können, um in London und im Vereinigten Königreich zu helfen, wir werden da sein».

Der französische Staatspräsidenten Emmanuel Macron schrieb auf Twitter, Frankreich stehe nach der «neuen Tragödie» an der Seite Großbritanniens. «Meine Gedanken sind bei den Opfern und ihren Familien.»

Von dpa

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