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Thailands Militärregime will BBC verklagen

Majestätsbeleidigung Thailands Militärregime will BBC verklagen

Die thailändische Regierung hat offenbar Ermittlungen gegen den britischen Sender BBC wegen Majestätsbeleidigung eingeleitet. Wie die „Bangkok Post“ am Mittwoch berichtete, drohte Vize-Premier und Verteidigungsminister Prawit Wongsuwan dem Sender mit Klage.

Der neue thailändischen König Maha Vajiralongkorn.

Quelle: dpa

Bangkok. Grund ist ein kritischer Beitrag über den neuen thailändischen König Maha Vajiralongkorn, der in thailändischer Sprache auf BBC Online erschienen war. Weiteren Medienberichten zufolge suchten Polizisten in Zivil und Militärs das BBC-Büro in Bangkok auf, fanden aber die Mitarbeiter nicht vor. 

In dem mittlerweile von der Militärregierung gesperrten BBC-Artikel wurde offenbar die Frage aufgeworfen, inwieweit Vajiralongkorn für den Thron geeignet sei, da er bei der Bevölkerung nicht denselben Respekt wie sein nach sieben Jahrzehnten im Amt verstorbener Vater genieße. Ein Kritiker der regierenden Junta, der den Artikel in den sozialen Netzwerken geteilt hatte, war vorübergehend festgenommen worden. Er kam nach Zahlung einer Kaution wieder frei.

Wegen des Gesetzes gegen Majestätsbeleidigung üben sich die im Land ansässigen Journalisten Kritikern zufolge in Selbstzensur. Ein Schuldspruch kann bis zu 15 Jahre Haft bedeuten. Der neue König Vajiralongkorn gilt in der Bevölkerung als unbeliebt. Er war am Donnerstag vergangener Woche zum neuen Monarchen ausgerufen worden. Sein Vater Bhumibol Adulyadej war im Oktober im Alter von 88 Jahren gestorben. Das Königshaus und die Armee des südostasiatischen Landes gelten als eng miteinander verflochten.

Von RND/epd