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Was wird nun aus Halloween rund um Wien?

Neues Gesetz in Österreich Was wird nun aus Halloween rund um Wien?

Österreichs Polizei hat angekündigt, das neue Gesetz, das das vollständige Verdecken des Gesichts verbietet, auch gegen Horrormasken anwenden – oder etwa doch nicht?

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Halloween – ist die Maskierung in Österreich jetzt wirklich gesetzwidrig?

Quelle: dpa

St. Pölten. Einige werden erleichtert aufatmen, andere verständnislos stöhnen: Österreichs Polizei will Halloween verbieten. Zumindest die Beamten in Niederösterreich. Das Horror-Fest am 31. Oktober sei kein traditionelles Brauchtum, daher gelten auch keine Ausnahmen vom neuen „Gesichtsverhüllungsverbot“. Seit 1. Oktober ist die Komplettverhüllung in Österreich strafbar. Verboten sind die islamischen Kleidungsstücke Burka und Niqab, aber auch Mundschutz und Verkleidungen, wenn es keine Ausnahmegenehmigungen gibt.

Ausnahmen wären ein ärztliches Attest (beim Mundschutz), Kälte (bei Schals) oder ein traditionelles Brauchtumsfest (bei Verkleidungen). Und dazu zählt das amerikanische Import-Spektakel nach Meinung der Ordnungshüter nicht. „Halloween ist kein Brauchtum, weil es das erst seit kurzem bei uns gibt“, sagt Johann Baumschlager, Sprecher der Landespolizeidirektion Niederösterreich, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Wir werden das Verkleiden mit Horrormasken effektiv nicht dulden.“ Das werde nicht nur in Niederösterreich, sondern bundesweit so durchgesetzt, sagte Baumschlager. Das neue Gesetz biete eine effektive Handhabe gegen die Horrorclowns, die im vergangenen Jahr aufgetaucht seien.

Zu anderen Gelegenheiten bleibt Verkleidung erlaubt: „Fasching ist Brauchtum, Krampus ist Brauchtum“, zählt Baumschlager auf. Der Krampus ist der Gefährte des Nikolaus, der die unartigen Kinder bestraft. Er zieht mit seiner Schreckensmaske in der Vorweihnachtszeit durch viele österreichische Gemeinden. In den ersten Tagen des Verhüllungsverbots gab es in Österreich Proteste und erste Anzeigen. In Wien gingen Demonstranten mit Clownsmasken und Einhorn-Kostümen auf die Straße, die Polizei schritt nicht ein.

In der Stadt Melk gab es laut einem Bericht der „Niederösterreichischen Nachrichten“ hingegen eine erste Anzeige gegen einen asiatischen Touristen, der ohne ärztliches Attest mit einem Mundschutz durch die Stadt lief. In Wien sieht man das anders: Das österreichische Innenministerium teilte auf Anfrage mit, man werde eine „weite Definition für den Begriff Tradition“ anlegen und Halloween-Masken gestatten. Doch nicht sauer, sondern süß. Doch sei es den Clowns sicherheitshalber geraten, nicht in einem allzu traditionellen Landesteil von der Polizei angehalten zu werden.

Von Jan Sternberg/RND

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