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Staatsakt und Trauerzug in Hamburg geplant

Abschied von Helmut Schmidt Staatsakt und Trauerzug in Hamburg geplant

Rund 1800 Gäste aus dem In- und Ausland und die Hamburger selbst wollen sich von Helmut Schmidt verabschieden. Auch Bundespräsident Gauck und Kanzlerin Merkel. Nach dem Staatsakt wird der Sarg langsam durch die Stadt gefahren. Die Sicherheitsvorkehrungen sind hoch.

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 Das Kondolenzbuch zum Gedenken an Altkanzler Helmut Schmidt mit dem Eintrag der Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft, Carola Veit (SPD), im Rathaus in Hamburg.

Quelle: Christian Charisius/ dpa

Hamburg. Rund zwei Wochen nach dem Tod von Helmut Schmidt nehmen die Spitzen der deutschen Politik, zahlreiche Gäste aus dem In- und Ausland und die Hamburger Abschied vom früheren Bundeskanzler. In der Hauptkirche St. Michael — dem Michel — werden am Montagvormittag zu einem Staatsakt rund 1800 Gäste erwartet, darunter Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Danach gibt es einen langen Trauerzug durch die Stadt, bei dem die Hamburger Schmidt die letzte Ehre erweisen können.

Der SPD-Politiker war am 10. November im Alter von 96 Jahren gestorben. Während er als Kanzler durchaus umstritten war, wurde er in späteren Lebensjahren als Publizist und Herausgeber der Wochenzeitung „Die Zeit“ zu einer Art geistigen und moralischen Instanz der Deutschen.

Zum Staatsakt haben sich neben Gauck und Merkel auch die höchsten Vertreter aller weiteren Verfassungsorgane angekündigt: Bundestagspräsident Norbert Lammert, Bundesratspräsident Stanislaw Tillich (CDU) sowie der Präsident des Bundesverfassungsgerichts, Andreas Voßkuhle. Wegen der hohen Sicherheitsvorkehrungen kann sich die Hamburger Bevölkerung erst danach von ihrem Ehrenbürger verabschieden.

Bevölkerung kann sich auch verabschieden

Reden halten werden auf dem Staatsakt Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD), Schmidts langjähriger Freund, Ex-US-Außenminister Henry Kissinger, sowie Kanzlerin Merkel. Die Predigt hält Hauptpastor Alexander Röder.

Aus dem Ausland erwartet werden neben Schmidts langjährigem Freund, dem französischen Ex-Präsidenten Valérie Giscard d'Estaing, auch Italiens früherer Präsident Giorgio Napolitano sowie Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Zudem haben sich EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, angekündigt.

Den musikalischen Teil des Staatsakts übernimmt das Philharmonische Staatsorchester Hamburg unter der Leitung von Generalmusikdirektor und Chefdirigent Kent Nagano. Im Anschluss ist ein großes militärisches Ehrengeleit geplant. Dabei tragen Soldaten den Sarg vor dem Michel an einer Ehrenformation der Bundeswehr vorbei, ehe er in einem Wagen — begleitet von einer Ehreneskorte der Polizei — langsam zum Rathaus und weiter zum Friedhof Ohlsdorf gefahren wird, wo Schmidt eingeäschert und im Familiengrab beigesetzt werden soll.

Während Schmidts „letzter Reise“ durch die Stadt hat die Bevölkerung die Möglichkeit, sich am Straßenrand zu verabschieden. Beste Plätze sind dabei nach Angaben der Hamburger Senatskanzlei der Bereich Schmiedestraße, Höhe Domplatz sowie Ballindamm, An der Alster bis Schwanenwik. Im Rathaus bitten unterdessen Senat und Bürgerschaft zu einem Trauerempfang (13.00 Uhr). Diese Veranstaltung ist nicht öffentlich. Der Staatsakt selbst wird live im Fernsehen und Radio übertragen.

Schmidt war von 1974 und bis 1982 als Nachfolger von Willy Brandt Bundeskanzler. Dabei war der Diplomvolkswirt unter anderem mit der Ölkrise in den 70er Jahren und dem Kampf gegen den Terrorismus der „Roten Armee-Fraktion“ konfrontiert. Auch die Auseinandersetzung um den Nato-Doppelbeschluss prägte Schmidts Kanzlerschaft. Den Hamburgern ist Schmidt vor allem wegen seines Engagements während der Sturmflut 1962 erinnerlich, als er als Innensenator die Bundeswehr zu Hilfe rief und so zahlreiche Menschenleben rettete.

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Live: Staatsakt in Hamburg
Foto: Tausende säumten die Strecke: Der Bestattungswagen mit dem Sarg Helmut Schmidts durchquerte die Hamburger Innenstadt vom Michel bis zum Friedhof Ohlsdorf.

Rund 1800 Gäste füllten am Montag den Hamburger Michel zum Staatsakt für Helmut Schmidt. Im Rathaus geht der Trauerempfang für die hohen Gäste weiter. Der Abschied Tausender Hamburger folgt dann auf Schmidts "letzter Reise" durch die Hansestadt. Verfolgen Sie das Geschen live auf KN-online.

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