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Falscher Schiffsarzt in Berlin vor Gericht

"Aida"-Hochstapler Falscher Schiffsarzt in Berlin vor Gericht

Am 3. Dezember endete im Hafen von Miami die Ära des Hochstaplers Denny H. aus Berlin. Fünf Jahre hat der 41-Jährige Krankenpfleger als falscher Arzt gearbeitet. Er gab Vorträge sogar an der Berliner Charité. Aufgeflogen war die Hochstapelei während seiner Dienstzeit bei der Reederei Aida Cruises.

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Hier in Miami wurde der Schiffsarzt von Bord geführt und nach Deutschland geflogen.

Quelle: Frank Behling (Archiv)

Berlin. Ab dem heutigen Freitag muss sich der Berliner vor dem Berliner Landgericht verantworten. 15 Monate lang hatte er zuletzt als Schiffsarzt auf Kreuzfahrtschiffen der Reederei Aida gearbeitet. Dabei war er allerdings nie alleine tätig. Aus Sicherheitsgründen sind bei Aida stets zwei Ärzte an Bord. Auch bei seinem letzten Einsatz auf der „Aidavita“ hatte er eine erfahrene Ärztin an seiner Seite. Da an Bord nur in Ausnahmefällen schwere und komplizierte medizinische Notfälle auftreten, konnte Denny H. auch sie täuschen.

Gefälschte Dokumente flogen auf

Die Reederei wurde schließlich durch die Justiz auf den Fall aufmerksam, als die Ermittlungsbehörden nach Denny H. forschten. Der 41-Jährige hatte bei der Ärztekammer einen neuen Ausweis beantragt. Dabei gab es Auffälligkeiten bei den gefälschten Dokumenten. Details dazu werden im Prozess zur Sprache kommen. Bei der Reederei wurde er im Juni 2014 als Schiffsarzt eingestellt, nachdem er zuvor vier Jahre in Berlin als Arzt tätig war. Die vorgelegten Dokumente und auch die Empfehlungen der Berliner Charité hätten keinen Anlass zum Zweifel der Eignung gegeben, so ein Sprecher von Aida.

Angeklagt ist der gelernte Krankenpfleger jetzt wegen Körperverletzung in 63 Fällen. Außerdem ermittelte die Staatsanwaltschaft wegen Urkundenfälschung und dem Führen eines akademischen Grades. Als der Vorfall im November aufflog, war Denny H. gerade an Bord der „Aidavita“ im Golf von Mexiko. Der Kapitän setzte ihn an Bord unter Arrest. Erst im Zielhafen Miami wurde er zum Flughafen gebracht und in eine Maschine nach Berlin gesetzt, wo die Polizei ihn in Empfang nahm.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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