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Babyleichen: Suche nach 3. Säugling vorerst beendet

Kriminalität Babyleichen: Suche nach 3. Säugling vorerst beendet

Nach dem Fund von zwei verwesten Babyleichen in einem kleinen Dorf nordöstlich von Bremen haben die Ermittler die Suche nach einem möglichen dritten toten Säugling vorerst beendet.

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Ein Pippi-Langstrumpf-Motiv, schmückt ein Fenster des Wohnhauses in Ostertimke (Kreis Rotenburg-Wümme), in dem zwei Babyleichen entdeckt wurden.

Quelle: Ingo Wagner

Ostertimke/Stade. Polizisten und Leichenspürhunde hatten zuvor die Umgebung um das Dorf Ostertimke im Kreis Rotenburg erfolglos abgesucht. "Es ist eher unwahrscheinlich, etwas zu finden", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Stade, Burkhard Vonnahme, am Dienstag.

Die 43 Jahre alte Mutter hatte gestanden, drei Kinder heimlich zur Welt gebracht zu haben. Zwei von ihnen soll sie - womöglich schon vor Jahren - auf den Dachboden des Hauses gebracht haben, in dem sie bis mit ihrem früheren Mann lebte. Das dritte Baby legte sie in der Umgebung ab - wo genau, daran erinnert sie sich nach Angaben der Ermittler aber nicht mehr. Das Paar ist inzwischen geschieden, die Frau lebte zuletzt mit einem neuen Partner in Südniedersachsen.

Die Ermittler gehen nicht davon aus, dass die Mutter die Babys erstickte oder anderweitig aktiv wurde, sagte Vonnahme. Die Frau habe sich aber nicht um die Säuglinge gekümmert, deswegen wurde Haft wegen Verdachts auf dreifachen Totschlag durch Unterlassen angeordnet. "Die Mutter hat gesagt, dass das eine völlig einsame Verzweiflungsentscheidung war", sagte der Staatsanwalt.

Auch der Exmann, der potenzielle Vater der Kinder, wurde inzwischen von den Ermittlern befragt. "Er war völlig erschüttert", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Der Mann habe die Schwangerschaften seiner Ex-Frau nicht bemerkt und auch von den heimlichen Geburten nichts mitbekommen. Das Paar hat noch zwei weitere Kinder im Schulalter, die bei dem Vater im Kreis Rotenburg leben. An diesem Samstag wird in einem Gedenkgottesdienst in Ostertimke der toten Säuglinge gedacht. Geplant sei ein stilles Gedenken, Auswärtige sollten nicht daran teilnehmen, erklärte der evangelische Pastor Wolfgang Preibusch.

In den nächsten Woche werden nach Angaben der Ermittler die Ergebnisse der DNA-Tests der Babyleichen vorliegen - erst dann kann mit letzter Sicherheit gesagt werden, ob der Ex-Mann der Vater der Kinder war. Mit einem psychiatrischen Gutachten will die Staatsanwaltschaft nun klären, ob die Mutter voll schuldfähig ist.

dpa

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