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Cindy aus Marzahn will Wäsche waschen

Abschied einer Kunstfigur Cindy aus Marzahn will Wäsche waschen

Die Berliner Komikerin Ilka Bessin (44) hat sich schon von ihrer Kunstfigur Cindy aus Marzahn verabschiedet. Jetzt meldet sich auch Cindy zu Wort: „Ja, ich werde meine Krone und den Jogginganzug an den Haken hängen und gehen“, schrieb sie im Berliner Duktus auf ihrer Facebook-Seite.

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Cindy aus Marzahn ist Vergangenheit.

Quelle: Michael Kappeler/dpa

Berlin. „Ick bin jetzt seit 10 Jahren unterwegs und ick merke, dass ick in der Zeit ein paar Sachen vernachlässigt habe, um die ick mich mal kümmern muss ... Wäsche waschen, der Garten, Enrico, meine Wohnung muss och jemalert werden, etc.“

Es falle ihr nicht leicht - aber sie wisse, „dass wir uns irgendwann mal wiedersehen“. Cindy schließt mit den Worten: „Das Leben ist schön - von einfach war nie die Rede. Allet Liebe, Eure Prinzessin“.

Ihren letzten Auftritt als schwergewichtige Langzeitarbeitslose habe sie bereits Anfang Juni gehabt, sagte Bessin dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“. Ihr Management bestätigte die Entscheidung. Bessins Erklärung: „Man darf so eine Figur nicht totspielen.“

Abschied von der Kunstfigur

Die Komikerin Ilka Bessin ist nicht die Erste, die sich von ihrer fiktiven Figur verabschiedet. Historisch und international gesehen gehörte der im Januar gestorbene Popstar David Bowie mit seinem „Ziggy Stardust“ einst zu den Vorreitern. In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Fälle, dass sich berühmte Kunstfiguren rar machten oder gänzlich verschwanden. Ein Überblick.

CINDY AUS MARZAHN:

„Wenn man sich elf Jahre lang Abend für Abend eine Perücke aufsetzt und einen pinkfarbenen Jogginganzug anzieht, muss man aufpassen, dass die Leute nicht irgendwann sagen: Boah, ich kann den Scheiß nicht mehr sehen“, sagt Ilka Bessin, die eigentlich im brandenburgischen Luckenwalde geboren wurde, im „Spiegel“. „So weit soll es nicht kommen.“ Sie habe Cindy als ihre „beste Freundin“ empfunden und nicht als Last, dennoch wolle sie jetzt etwas Anderes machen: Kleidung für Übergewichtige designen und schneidern. Ob sie irgendwann wieder auf die Bühne zurückkehrt? Unklar!

HORST SCHLÄMMER:

„Ich habe den Horst geliebt. Wahrscheinlich sogar meine absolute Lieblingsfigur“, sagte Entertainer Hape Kerkeling 2014 der „Bild“, als er seinen Rückzug aus dem Showgeschäft ankündigte. Doch die Maskerade sei stets sehr anstrengend gewesen. Der Kleber für den Schnurrbart habe gestunken, das Gebiss Kopfschmerzen verursacht. „Viele meiner Figuren waren nur für ein, zwei Auftritte geplant und dann wurden sie so erfolgreich, dass ich sie immer und immer wieder spielen musste.“ Kerkeling zog die Reißleine.

BORAT:

Etwa zeitgleich zu den größten Erfolgen von Horst Schlämmer vor zehn Jahren agierte international auch der Schauspieler Sacha Baron Cohen als kasachischer Fernsehreporter Borat, der sich unmöglich kleidete und allerhand politisch unkorrekte, rassistische, antisemitische und frauenfeindliche Dinge von sich gab. Cohen schlüpfte seitdem immer wieder in andere Rollen und hat den besonders aufsehenerregenden Borat eher abgelegt. Jüngst war er im Kino im Hollywoodfilm „Alice im Wunderland: Hinter den Spiegeln“ zu sehen.

MR. BEAN:

Die Comedy-Serienfigur des britischen Schauspielers Rowan Atkinson feierte ihre größten Erfolge in den 1990er Jahren. Mister Bean (Herr Bohne), der egozentrische Tollpatsch und sonderbare Single (er redet mit seinem Teddybär) verschwand vor etwa zehn Jahren von der Bildfläche. Allerdings erschien Mister Bean 2012 noch einmal bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Sommerspiele in London. Außerdem tauchte er jüngst wieder in einem Schokoriegel-Werbespot auf.

DIDI:

Mit seinem „Palim, Palim!“ im Gag über die „Flasche Pommes“ oder dem Butler-Auftritt im Sketch „Die Kuh Elsa“ eroberte Dieter Hallervorden einen Platz in Deutschlands kollektivem Gedächtnis. Und kämpfte dagegen. „Es war unheimlich schwer, aus der „Didi“-Schublade rauszuklettern und zu meinen eigentlichen Wurzeln zurückzukehren“, sagte der langjährige Kabarettist und Schauspieler einmal über sein Witzel-Image. Inzwischen wird er wieder als Charakterdarsteller wahrgenommen, etwa im Kinohit „Honig im Kopf“ von Til Schweiger oder aber in verschiedenen Rollen an seinem Schlosspark Theater in Berlin.

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