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Steinwurf auf Rettungsfahrzeug

Dänemark Steinwurf auf Rettungsfahrzeug

In Dänemark sind erneut Fahrzeuge von einer Brücke mit Steinen attackiert worden. Diesmal trafen die Täter zwei Autos – darunter einen Rettungswagen, der gerade einen Mann mit Herzstillstand ins Krankenhaus transportierte. Der Rettungswagen konnte aber weiterfahren.

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Erneut wurden von einer Autobahnbrücke in Dänemark Steine auf Fahrzeuge geworfen.

Quelle: Kim Rune/dpa (Archiv)

Aalborg. Der Angriff geschah am Abend des 5. September im jütländischen Aalborg. Drei bis fünf Jugendliche sollen nach Angaben der Polizei Nordjütland mehrere Steine von einer Fußgängerbrücke geworfen haben. Getroffen wurden zwei Fahrzeuge: ein Rettungswagen, der einen Herzinfarktpatienten ins Krankenhaus bringen sollte, und das Auto einer 69-jährigen Frau.

„Beide Autos wurde durch die Steine beschädigt. Zum Glück kam aber niemand zu Schaden“, erklärte Poul Severinsen von der Polizei. Wäre das Auto nur minimal langsamer gefahren, hätte der Stein wohl die Frontscheibe durchschlagen. „Solche Angriffe sind sehr gefährlich. Das muss jedem klar sein“, betonte Severinsen.

Frau starb durch Steinwurf

In den vergangenen Wochen hat es in Dänemark mehrere Steinwürfe auf Autos gegeben. Die Polizei hält es für möglich, dass die Steinewerfer durch den tödlichen Angriff auf eine deutsche Urlauberfamilie in der Nacht zum 21. August zur Tat angeregt worden sind. Damals hatten Unbekannte auf Fünen Betonbrocken von einer Autobahnbrücke geworfen: Eine große Betonplatte durchschlug die Windschutzscheibe und erschlug die 33-jährige Beifahrerin.

Der 36-jährige Familienvater wurde schwer verletzt. Der fünfjährige Sohn des Paares blieb wie durch ein Wunder äußerlich unverletzt. Inzwischen ist klar, dass die Betonbrocken von einer Baustelle in Odense stammen: Zwei Platten von je 30 Kilogramm und weitere 9-Kilo-Brocken wurden auf die Autobahn geworfen. Die Polizei ermittelt wegen Mordes.

Steinwurf eine Nachahmungstat

Mindestens drei weitere Fälle sind danach allein auf Fünen bekannt geworden. Die dortige Polizei schließt nicht aus, dass ein Zusammenhang besteht. In Silkeborg wurde ein Kontrollfahrzeug der dänischen Straßenbehörde nur knapp verfehlt. Die Steinewerfer sollen vier Jungen und zwei Mädchen um die 16 Jahre gewesen sein, konnten aber bisher nicht gefunden werden.

Der jüngste Steinwurf in Aalborg wird hingegen als Nachahmungstat eingeordnet. Die Polizei will nun herausfinden, wie die Steinwürfe auf Fahrzeuge in sozialen Netzwerken bewertet werden. Möglicherweise würden sich Jugendliche dadurch erhoffen, einmal im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit zu stehen. „Jedem muss klar sein, welches tödliche Risiko er oder sie damit eingeht“, betonte ein Polizeisprecher in Aalborg.

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Ein Artikel von
Heike Stüben
Lokalredaktion Kiel/SH

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