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Der Sommer zeigt sich weiter schwach

Wetter in Schleswig-Holstein Der Sommer zeigt sich weiter schwach

Der Sommer geht mit schwacher Leistung in die Halbzeit: Der wilde Wettermix aus Regen, Gewitter und Sturm bei mäßigen Temperaturen hat bislang kaum Sommergefühle geweckt. In Schleswig-Holstein reisen die ersten Touristen frühzeitig ab.

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In Schleswig-Holstein reisen die Touristen wegen des schlechten Wetters frühzeitg ab.

Quelle: dpa

Berlin/Kiel. Der Sommer geht mit schwacher Leistung in die Halbzeit: Der wilde Wettermix aus Regen, Gewitter und Sturm bei mäßigen Temperaturen hat bislang kaum Sommergefühle geweckt. Anderthalb Monate nach dem launischen Start des Meteorologischen Sommers am 1. Juni glauben aber zwei Drittel (65 Prozent) der Bundesbürger, dass doch noch ein richtiger Sommer kommen könnte. Wie eine repräsentative Umfrage für die Zeitung „Bild am Sonntag“ weiter ergab, haben 33 Prozent der Bürger die Hoffnung auf einen schönen Sommer schon aufgegeben.

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Sylvia Jenns (30), André Moosmann (32) und JJule (5) genießen das Idyll am leer gefegten Falckensteiner Strand.

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Mit dem Auf und Ab soll es erstmal weitergehen: zwischen Regenphasen immer wieder warme Tage, die von Blitz und Donner beendet werden. Für Meteorologen ist die Wetterlage nichts Ungewöhnliches. „Die Temperaturen sind vollkommen im Mittel“, sagte eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach am Samstag. Für eine Bewertung des Meteorologischen Sommers sei es viel zu früh. „Jetzt ist es eben mal ein wenig kühler — aber der August ist ja auch noch da.“ Cornelia Urban vom Wetterdienst in Essen sagte: „Worauf wir alle warten, ist einfach ein stabiles Hoch.“ Für Meteorologen beginnt der dreimonatige Sommer am 1. Juni, nach dem Kalender erst am 21. Juni.

In Schleswig-Holstein entscheiden sich vor allem viele Camper sich kurzfristig, woanders hinzufahren. Schuld ist Tief „Mina“, das sich über Skandinavien festgesetzt hat. „Hochdruckgebiete muss man auf der Wetterkarte schon suchen“, sagte Meteorologe Stefan Bach am Donnerstag. Sie liegen weit weg im Seegebiet westlich der Azoren und über Island.

Das andauernd ungemütliche Juli-Wetter bringt dagegen für Restaurants und Cafés Einbußen. So sind auf den Terrassen der Restaurants und Eiscafés viele Tische unbesetzt. Besonders die Eisverkäufer und Strandkorbvermieter leiden unter dem wetterbedingten Kundenmangel. So stehen in Grömitz im Kreis Ostholstein am Nachmittag immer noch fast alle Strandkörbe so akkurat ausgerichtet wie am Morgen: „Die Gäste haben keine Lust auf „Singin.’in the Rain“ im Friesennerz“, sagt Günter Jacobsen.

Auch der Einzelhandel klagt — die Menschen haben wenig Lust auf Sommerkleidchen oder Shorts. Schon seit Wochen versuchen vor allem Modehändler, mit Rabatten Kunden verstärkt anzulocken. Vereinzelt werden bereits bis zu 50 Prozent Preisnachlässe gewährt. Zum Ende der Saison will die Branche nun noch „eine Schippe rauflegen“, wenn am 23. Juli der offizielle Sommerschlussverkauf (SSV) startet. „Die Lager sind noch gut gefüllt, es lassen sich gute Schnäppchen machen“, heißt es beim Handelsverband HDE.

Der Regen geht auch vielen Bauern auf die Nerven. Das Wetter behindere die Getreideernte, sagte Bernhard Rüb von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen.

Eine Branche aber freut sich: die der Bierbrauer. Die Biertrinker können eine besonders hohe Qualität des Hopfens erwarten, der „Seele des Bieres“. „Der Hopfen liebt das feuchtwarme Wetter der vergangenen Wochen — er hat sich sehr gut entwickelt“, sagte der Präsident des Verbandes Deutscher Hopfenpflanzer, Johann Pichlmaier, der Nachrichtenagentur dpa im bayerischen Wolnzach. „Jetzt könnten nur noch Stürme und Hagel den Ertrag trüben.“ 85 Prozent des deutschen Hopfens wird im bayerischen Anbaugebiet Hallertau geerntet.

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