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Kaum noch Hoffnung für Besatzung der „El Faro“

Drama im Atlantik Kaum noch Hoffnung für Besatzung der „El Faro“

Suchmannschaften haben an der US-Ostküste kaum noch Hoffnung auf Überlebende der „El Faro“. Der 242 Meter lange Container- und Roll-on-Roll-off-Frachter wird seit Donnerstag mit 33 Menschen an Bord nördlich der Bahamas vermisst. Vermutlich ist das Schiff in Route des Hurrikans Joaquin geraten und gesunken.

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Das Foto zeigt das Schwesterschiff "El Morro" in Port Everglades.

Quelle: Frank Behling

Gefunden wurden bislang nur einige Wrackteile, eine Ölspur und ein Leichnam. Der Tote trieb in einem Überlebensanzug unweit eines schwer beschädigten Rettungsbootes der „El Faro“, teilte die US-Küstenwache am Montagabend mit. Es ist die größte Schiffskatastrophe im Atlantik seit Jahrzehnten.Die „El Faro“ hatte Dienstag den Hafen Jacksonville in Florida verlassen. Zu dem Zeitpunkt näherte sich der Wirbelsturm Joaquin von der Karibik der US Ostküste. Am Donnerstag riss morgens der Funkkontakt zu dem Containerfrachter ab. Seitdem suchen dutzende Hubschrauber, Aufklärungsflugzeuge und Schiffe nach Schiff und Besatzung. US Küstenwache und US Marine beteiligte sich mit Aufklärungs- und Transportflugzeugen an der Suche. Am Sonntag entdeckten Suchmannschaften Wrackteile etwa 35 Seemeilen nördlich der Bahamas. Bis Montagabend wurden nur Wrackteile gefunden. Deshalb wurden die Suchmaßnahmen am Montag heruntergefahren.

Die  242 Meter lange „El Faro“ war mit Containern auf dem Weg von Florida nach Puerto Rico. Er pendelt dort mit einem Schwesterschiff in einem Liniendienst der US-Reederei Tote Maritime. Zunächst hatte Reeder Tim Nolan noch die Hoffnung auf einen technischen Defekt. „Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, weshalb eine Kommunikation abreißen kann. Der Hurrikan Joaquin gehört dazu“, hatte Nolan noch am Freitag gesagt.    

Keine Anzeichen auf Überlebende

Drei Suchflugzeuge der US-Küstenwache und zwei Maschinen der US Navy suchten seit Freitag das Gebiet nördlich der Bahamas ab. Sie fanden jedoch keine Anzeichen auf Überlebende. Am Sonntag wurden Wrackteile und auch ein leeres Rettungsboot entdeckt. Darunter auch ein Rettungsring mit der Aufschrift „EL Faro“ und dem Heimathafen San Juan.

Der Untergang der „El Faro“ ist der größte Schiffsverlust seit Jahrzehnten im Atlantik. Im Dezember 1978 verschwand der deutsche Containerfrachter „München“ mit 28 Seeleuten spurlos vor den Azoren. Erst Tage später wurden damals Wrackteile der „München“ gefunden. Von dem 261 Meter langen Schiff und den Seeleuten fehlt aber bis heute jede Spur.

Die „El Faro“ und ihren Schwestern „El Yunque“ sowie „El Morro“ pendeln seit Jahren zwischen der US-Ostküste und Puerto Rico. Die Schiffe sind 40 Jahre alt und sollten im nächsten Frühjahr durch Neubauten ersetzt werden. Erst vor wenigen Tagen feierte die Reederei den Stapellauf des zweiten Neubaus für den Karibik-Dienst in San Diego. Die Neubauten sind die ersten großen Containerfrachter der Welt, die mit verflüssigtem Erdgas (LNG) als Treibstoff fahren sollen.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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