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Marzipan-Wurst

ESC-Tagebuch Marzipan-Wurst

Von meinem Hotel bis zum „besten Wiener Schnitzel der Stadt“ sind's laut Navi etwa 44 Meter. Das veranlasste mich spontan, auf ein Taxi zu verzichten. Erst später bemerkte ich, dass es von fast jedem Punkt Wiens aus nur etwa 44 Meter bis zu irgendeinem „besten Wiener Schnitzel der Stadt“ sind. Grissne Gschaftlhuber! Bosnigl, damische! Goscherte Grantscherm!

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In einem Schokoladenladen am Stephansdom haben sie Conchita Wurst einen Schrein aus Schokolade und Marzipan gebaut.

Quelle: Imre Grimm

Wien. Vor lauter ESC-Gedröhn mit georgischen Flitzebogen-Amazonen und israelischen Minimachos vernachlässige ich meine Pflichten als Wien-Tourist. Schnitzel sind zu essen, Walzer ist zu tanzen, Kutsche ist zu fahren! Aus Zeitgründen habe ich überlegt, einfach im Fiaker sitzend einen 80-Zentimeter-Kalbsfladen zu verdrücken und dazu André Rieu zu hören. Aber das macht mein Magen nicht mit. Und dann noch das Schnitzel. Außerdem kosten 50 Meter Kutsche ungefähr 1000 Euro, ihr Motherfiaker. Und Herr Rieu ist natürlich Holländer. Aber was heißt das schon beim ESC 2015? Wo ein Ukrainer für Moldawien singt, ein Franzose für Armenien, ein Halbwiener für Mazedonien und ein staatenloser schwarzer Rabe in kniehohen Stiefeln für Georgien?

In einem Schokoladenladen (heißt das wirklich so?) am Stephansdom haben sie Conchita Wurst einen Schrein aus Schokolade und Marzipan gebaut. Mortadella und Blutwurst hätte mir besser gefallen, wird aber schnell oll. Jetzt steht das Werk im Schaufenster. Es sieht aus, als hätte die chinesische Mafia Conchita geköpft und dann mit Zuckerguss verschönert. Ich möchte das nicht essen. Da können sie tausendmal schreiben „nur 44 Meter bis zur besten toten Conchita der Stadt“. Dann lieber panierter Rabe. Hoppertatschige Hirnschüssler! Noch drei Tage.

Von Imre Grimm

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