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Europa trauert um die Opfer

Fahndung in Brüssel Europa trauert um die Opfer

Nach den Terroranschlägen in Brüssel mit mehr als 30 Toten mehren sich die Hinweise, dass es eine direkte Verbindung zu den Attentaten von Paris gegeben hat. Die Ermittler bestätigten am Mittwoch, dass es sich bei zwei Selbstmordattentätern um die Brüder Ibrahim (29) und Khalid (27) El Bakraoui handelt.

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Zu einer Schweigeminute haben sich am Mittwoch in Brüssel vor der Börse am Place de la Bourse viele Menschen versammelt.

Quelle: Federico Gambarini/dpa

Brüssel. Beide waren belgische Staatsbürger und wegen verschiedener Straftaten polizeibekannt. Am Dienstag sprengte sich der Ältere auf dem Flughafen in die Luft. Kurze Zeit später zündete der Jüngere eine Bombe in der Metro-Station Maelbeek.

 Nach belgischen Medienberichten ist auch der zweite Selbstmordattentäter vom Flughafen identifiziert. Bei ihm soll es sich um den im Zusammenhang mit den Anschlägen von Paris gesuchten Najim Laachraoui (24) handeln. Laachraoui soll zusammen mit Salah Abdeslam, der am Freitag in Brüssel festgenommen wurde, einer der Drahtzieher der Paris-Anschläge gewesen sein. Wie viele Täter und Hintermänner insgesamt an den Anschlägen beteiligt waren, ist noch offen.

 In Belgien gilt noch bis Karfreitag eine dreitägige Staatstrauer. Am Mittwoch gab es eine landesweite Schweigeminute. Auf dem Börsen-Platz kamen Tausende Menschen zu einer Schweigeminute zusammen. Etwas weiter östlich, im Gebäude der EU-Kommission und damit unweit der attackierten Metro-Station Maelbeek, schlossen sich der belgische Premierminister Charles Michel sowie König Philippe und Königin Mathilde der Geste an. Michel spricht an diesem Tag von einem „tiefen Schmerz im Bauch“.

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 Kritik gibt es unterdessen an den belgischen Geheimdiensten. Nach den Worten des türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan hatte die Türkei die belgischen Sicherheitsbehörden bereits im Juli vergangenen Jahres vor einem der Attentäter gewarnt. Einem israelischen Zeitungsbericht zufolge habe es konkrete Warnungen vor den Terroranschlägen am Flughafen gegeben.

 In ganz Europa herrscht seit den Anschlägen Terrorangst. Auch in Schleswig-Holstein sind die Sicherheitsmaßnahmen spürbar verschärft worden: Auf den Bahnhöfen in Kiel und Lübeck sind Streifen der Bundespolizei mit Maschinenpistolen unterwegs. Innenminister Stefan Studt sprach von einer „hohen abstrakten Gefährdungslage“. Insgesamt sind der salafistischen Szene etwa 300 Frauen und Männer zuzurechnen, der Anteil gewaltbereiter Dschihadisten sei allerdings deutlich geringer.

 In Neumünster ist die muslimische Gemeinde in den Fokus Rechtsradikaler geraten: An einer Moschee wurden mehrere Graffiti „Moslem = Mörder“ entdeckt. Das Staatsschutz-Kommissariat hat die Ermittlungen übernommen.

 Von Roland Siegloff und Detlef Drewes

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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Nach den Anschlägen
Foto: In Schaerbeek hatte es am Dienstagabend Razzien nach den Anschlägen gegeben.

Nun ist klar, wer sich in Brüssel in Luft gesprengt hat. Die drei Belgier sollen alle Verbindungen zu den Pariser Terroristen gehabt haben. Unter höchster Warnstufe laufen die Ermittlungen aber weiter. Gibt es eine Verbindung nach Deutschland?

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