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Gibt es einen "Tornadosommer"?

Experte im Interview Gibt es einen "Tornadosommer"?

Fünf bestätigte Tornados hat es in diesem Jahr bereits in Schleswig-Holstein gegeben. In Hamburg wütete am Dienstagabend ebenfalls eine Windhose. Die jüngsten Unwetter lassen nach Ansicht des Deutschen Wetterdienstes (DWD) jedoch keine Vorhersagen zu einem tornadoträchtigen Sommer zu.

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Am Dienstag zog ein Tornado durch den Hamburger Osten.

Quelle: Monika Zucker/dpa

Hamburg. Schwere Gewitter mit möglichen lokalen Wirbelstürmen entstehen immer dann, wenn feuchtwarme Hochdruckluft von einem feuchtwarmen Atlantiktief abgelöst wird. Starkregen werde es in Zukunft häufiger geben, und die Heftigkeit werde noch zunehmen - «die Tendenz zu noch stärkeren Unwettern ist in den Klimamodellen erkennbar», sagte Andreas Friedrich vom Deutschen Wetterdienst (DWD) der Deutschen Presse-Agentur. Klimaforscher sagen seit langem eine Häufung von Extremwetter-Ereignissen als Folge der Erderwärmung voraus.

Frage: Steht nun ein Unwetter-Sommer bevor?

Eine Prognose für den bevorstehenden Sommer sei nicht möglich, sagte Friedrich. «Einen Tornado- oder Unwetter-Sommer vorherzusagen - das ist Humbug.» Genaue Vorhersagen seien nur einige Tage im Voraus möglich. Es steige aber die Wahrscheinlichkeit von Unwettern mit extremen Niederschlägen innerhalb weniger Stunden.

Gibt es besonders gefährdete Regionen?

«Im Prinzip kann das überall in Deutschland passieren», sagte Friedrich. Besonders heftig könne Starkregen in bergigen Gebieten ausfallen - etwa im Erzgebirge, an den Alpen oder im Schwarzwald. Dort stauten sich Regen- und Gewitterwolken, der Niederschlag falle noch intensiver aus als anderswo.

Welche Folgen sind zu befürchten?

In hügeligem Gelände drohten Schlammlawinen und Erdrutsche, im Flachland Überschwemmungen, wenn Hunderte Liter Wasser in wenigen Stunden herunterprasseln. Hagel könne in Städten und Dörfern die Kanalisation verstopfen. Das müssten Städteplaner berücksichtigen.

Hier finden Sie Fotos von den Auswirkungen des Tornados.

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Waren die Regenmengen im Südwesten ein deutscher Rekord?

Nein. In der Unwetterregion sind zwar nach DWD-Angaben innerhalb von weniger als sechs Stunden örtlich mehr als 100 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen - aber der bisherige Spitzenwert stammt vom 13. August 2002 zum Elbehochwasser. Damals fielen in Zinnwald im Erzgebirge innerhalb von 24 Stunden 312 Liter Regen pro Quadratmeter. Mengen von mehr als 150 Litern pro Quadratmeter innerhalb von sechs Stunden werden nach Überzeugung von Friedrich künftig alle 10 bis 20 Jahre vorkommen.

Sind bestimmte Jahreszeiten besonders unwetterträchtig?

Gerade der Mai bietet nach Angaben der Meteorologen hohes Unwetterpotenzial. Wegen der starken Sonneneinstrahlung habe sich der Kontinent bereits erwärmt, die feuchte Luft über dem Meer sei aber noch recht kalt. Die Temperaturgegensätze und die Luftfeuchtigkeit lassen Tiefdruckgebiete über Mitteleuropa entstehen.

Wie lange im Voraus kann gewarnt werden?

«Das Unwetterpotenzial ist Tage vorher zu erkennen», sagte Friedrich. Aber wo genau mehr als 100 Liter Regen pro Quadratmeter fallen, könne oft nur Minuten vorher gesagt werden. Feuerwehr und Katastrophenschutz seien direkt mit dem DWD vernetzt und erhielten über eigene, ausfallsichere Systeme ständig Informationen und könnten Warn-Meteorologen auf Hotlines erreichen. Wenn eine extreme Unwetterlage erkennbar sei, richte der DWD Extraschichten ein.

Tornados sind Wirbelstürme, die bei großen Temperaturunterschieden über dem Festland entstehen. Durch Warmluft entsteht eine rotierende Bewegung in einer Wolke. Der Unterdruck im Zentrum des Tornados erzeugt einen Sog und reißt alles in die Höhe.

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Ein Artikel von
KN-online (Kieler Nachrichten)

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Foto: In Hamburg hat ein Tornado gewütet.

Die Hamburger Feuerwehr hat wegen eines schweren Unwetters mit einer Windhose im Osten der Stadt den Ausnahmezustand erklärt. „Es gibt abgedeckte Dächer und vollgelaufene Keller, mehr als 1000 Feuerwehrleute und das Technische Hilfswerk sind im Einsatz“, sagte ein Feuerwehrsprecher am Dienstagabend.

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