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IS-Terror erschüttert Europa

Brüssel IS-Terror erschüttert Europa

Etwa 230 Menschen wurden bei den Attentaten am Flughafen und in einer U-Bahnstation mitten im EU-Viertel verletzt. Gegen acht Uhr morgens gab es zwei Explosionen am Flughafen Zaventem, Hunderte flohen in Panik aus den Gebäuden. Etwa eine Stunde später ging ein Sprengsatz in der Metrostation Maelbeek hoch.

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Gegen acht Uhr morgens gab es zwei Explosionen am Flughafen Zaventem, Hunderte flohen in Panik aus den Gebäuden.

Quelle: imago

Brüssel/Berlin. Am Airport starben 14 Menschen, in der Metrostation 20. Die Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) übernahm die Verantwortung für die Angriffe, die Polizei veröffentlichte am Abend Bilder der mutmaßlichen Attentäter. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass zwei von drei Verdächtigen auf einem Foto vom Flughafen als Selbstmordattentäter gestorben sind. Der dritte Mann ist zur Fahndung ausgeschrieben. Bei Hausdurchsuchungen in Brüssel hätten Ermittler eine IS-Flagge, einen Sprengsatz mit Nägeln und chemische Substanzen entdeckt, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Ein Verantwortlicher eines Krankenhauses in Löwen hatte dem Sender VTM berichtet, dass bei den Explosionen auf dem Flughafen von Brüssel Nagelbomben verwendet worden seien.

 Der belgische Premier Charles Michel sprach von „blinden, gewalttätigen und feigen Anschlägen“. In Brüssel gibt es eine große Islamistenszene, die Gemeinde Molenbeek gilt als Hochburg der Extremisten. Erst am Freitag war dort der Hauptverdächtige der Pariser Anschläge vom November 2015, Salah Abdeslam, festgenommen worden. Der mutmaßliche Topterrorist wurde bei einem Polizei-Großeinsatz gefasst.

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 Weltweit lösten die Attentate Entsetzen aus, in ganz Europa verbreitete sich Terrorangst. Innenexperten sehen eine wachsende Gefahr für einen Anschlag auch in Deutschland – Sorgen bereiten jetzt die beiden Länderspiele der Fußball-Nationalmannschaft am Sonnabend in Berlin gegen England und nächsten Dienstag in München gegen Italien. Schwer bewaffnete Sicherheitskräfte bezogen an Flughäfen und an anderen Verkehrsknotenpunkten Stellung. Die Terrorwarnung in Belgien wurde auf die höchste Stufe angehoben. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sagte: „Das Entsetzen ist ebenso grenzenlos wie die Entschlossenheit, den Terrorismus zu besiegen.“ US-Präsident Barack Obama sicherte den Europäern Unterstützung zu. Die Deutsche Bahn stellte den Zugverkehr zwischen Aachen und Brüssel ein. Auch der Schutz der belgischen Atomkraftwerke wurde verstärkt.

 Großes Glück hatte der schleswig-holsteinische EU-Abgeordnete Reimer Böge: Um 7.40 Uhr war er an der Station Maelbeek, von der er nur hundert Meter entfernt wohnt, in die U-Bahn gestiegen. Auch die SPD-Abgeordnete Ulrike Rodust hatte noch vor der Explosion das Parlament erreicht. „Hier sind alle sehr geschockt und aufgebracht“, sagte sie. Schleswig-Holsteins Innenminister Stefan Studt (SPD) hat für Mittwoch Trauerbeflaggung an allen Behörden und Dienststellen des Landes angeordnet.

Von Martina Herzog und Detlef Drewes

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Anschläge in Brüssel
Foto: Die Reaktionen auf Twitter schwanken zwischen Wut, Angst und Sprachlosigkeit.

Durch die Explosionen am Brüsseler Flughafen und in einer U-Bahn-Station im EU-Viertel sind mindestens 34 Menschen getötet worden. Geschockt reagieren User und auch Politiker im Netz auf die Terroranschlägen in Brüssel am Dienstagmorgen.

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