15 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Kaputte Waschmaschine

ESC-Tagebuch Kaputte Waschmaschine

Und plötzlich ist sie wieder da. Eingewickelt in eine Art pistazienfarbenes Geschenkpapier mit Hagelzucker steht Arabella Kiesbauer auf der ESC-Bühne in Wien und moderiert das erste Halbfinale runter, als wäre nichts gewesen.

Voriger Artikel
Im Anticafé wird nach Zeit berechnet
Nächster Artikel
Ex-Model verklagt US-Komiker Bill Cosby

Elf Jahre war Arabella Kiesbauer (links) nicht im deutschen Fernsehen.

Quelle: Georg Hochmuth/dpa

Wien. Als hätte sie nicht zehn Jahre lang nachmittags im deutschen Fernsehen als schmerzfreie Krawallschachtel in unvergessenen Genreklassikern wie „Vorspiel? Nein danke!“ und „Schuppen, Schweiß und Mundgeruch - du bist eklig" arme Hascherl vorgeführt. 2700-mal lief der Brachialtalk „Arabella“ bis 2004 bei Pro7 - wie jeder weiß, der in den Neunzigern nichts weiter zu tun hatte. Dann fiel Frau Kiesbauer spontan auf, dass das doofes Fernsehen ist, was sie da macht.
 
 Der ESC ist natürlich auch a bisserl doof, aber auf sympathischere Art. Auch hier geht’s um arme Hascherl, aber wenigstens sind keine Mentalschäden bei Minderjährigen zu befürchten (Achtung: Diese Aussage gilt wegen noch ausstehender Forschungsergebnisse bis auf Weiteres nicht für 15- und 16-jährige Sängerpärchen aus San Marino, die von Ralph Siegel betreut werden. Ebensowenig gilt sie für alle Zuschauer des britischen ESC-Beitrags).

../dpa-InfoLine_rs-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-150306-99-02010_large_4_3.jpg

Siegerin Ann Sophie (l) mit Moderatorin Barbara Schöneberger.

Zur Bildergalerie

 Elf Jahre war Kiesbauer nicht im deutschen Fernsehen. Stattdessen: Hochzeit, zwei Kinder, Moderation der Österreich-Ausgabe von „Bauer sucht Frau“ (kein Zusammenhang). Der ESC hatte zuletzt hervorragende Gastgeber. Arabella Kiesbauer aber moderiert den heurigen Song Contest – gemeinsam mit Mirjam Weichselbraun und der frankophonen Alice Tumler – mit der Emotionslosigkeit einer kaputten Windmaschine. Wahrscheinlich liegt's am Titel. Also, Frau Kiesbauer – für Sie heißt der ESC ab sofort: „Trickkleid, Wind und Balkanpop – Drei Minuten für die Ewigkeit!“ Nicht trashig genug? Okay: „Sünde, Brüste, Amazonen – Hilfe, mein Mann steht auf Kaputtes!“ Auch nicht? Ach, dann nennen wir das Ganze halt einfach „Vorspiel? Nein, danke!“. Noch zwei Tage.
 

Von Imre Grimm

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
KN-online (Kieler Nachrichten)

Mehr zum Artikel
ESC-Tagebuch
Foto: In einem Schokoladenladen am Stephansdom haben sie Conchita Wurst einen Schrein aus Schokolade und Marzipan gebaut.

Von meinem Hotel bis zum „besten Wiener Schnitzel der Stadt“ sind's laut Navi etwa 44 Meter. Das veranlasste mich spontan, auf ein Taxi zu verzichten. Erst später bemerkte ich, dass es von fast jedem Punkt Wiens aus nur etwa 44 Meter bis zu irgendeinem „besten Wiener Schnitzel der Stadt“ sind. Grissne Gschaftlhuber! Bosnigl, damische! Goscherte Grantscherm!

  • Kommentare
Kostenpflichtiger Inhalt mehr