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Millionen im US-Osten ohne Strom: Mindestens 13 Tote

Wetter Millionen im US-Osten ohne Strom: Mindestens 13 Tote

Bei einem schweren Unwetter in den USA sind nach Medienberichten mindestens 13 Menschen ums Leben gekommen. Millionen Menschen waren am Sonntag noch von der Stromversorgung abgeschnitten - und es könnte viele Tage dauern, bis ihre Häuser wieder am Netz sind.

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Sturmschäden in Alexandria im US-Bundesstaat Virginia.

Quelle: Michael Reynolds

Washington. Das bei anhaltender schwüler Hitze: Auch für Sonntag und Montag waren für zahlreiche Gebiete wieder Temperaturen von bis zu 35 Grad angesagt. Zudem drohten neue Gewitterstürme. Der Nationale Wetterdienst gab für insgesamt 14 Staaten vom Mittleren Westen bis zur Atlantikküste Hitzewarnungen aus.

In vielen Orten wurden Kühlungszentren eingerichtet, so auch im besonders schwer betroffenen Großraum Washington. Hier allein mussten über 1,1 Millionen Menschen die Nacht zum Sonntag ohne funktionierenden Kühlschrank und Klimaanlage verbringen. Die Gewitterstürme in der Nacht zum Samstag hatten so viele Bäume zum Umstürzen gebracht, so viele Leitungen wurden heruntergerissen, dass Elektrizitätsgesellschaften und Feuerwehr trotz pausenlosen Einsatzes der Arbeit einfach nicht nachkommen konnten.

In Washington und den Bundesstaaten Ohio, West Virginia, Virginia und Maryland wurde der Notstand ausgerufen. Virginias Gouverneur Robert McDonnell sprach von einer "sehr gefährlichen Situation" für seinen Staat. Sein Kollege Martin O'Malley in Maryland nannte das Unwetter ein "historisches Ereignis". Präsident Barack Obama sagte Bundeshilfe zu. Teilweise halfen Mitglieder der Nationalgarde bei den Räumarbeiten, an manchen Orten wurden Eis und gekühlte Getränke so knapp, dass aus entfernten Regionen Nachschub angeliefert werden musste.

Die Stürme hatten sich am Freitagvormittag nahe Chicago in Illinois entwickelt und erreichten Spitzengeschwindigkeiten von fast 150 Stundenkilometern. Hunderte Straßen waren durch umgestürzte Bäume blockiert, Läden blieben dunkel und so viele Tankstellen dicht, dass es teilweise schwer war, an Benzin heranzukommen. In Washington und anderen Orten wurden Kinos zum Abkühlen geöffnet und vor allem Kranke aufgerufen, sich möglichst in kühleren Kellerräumen aufzuhalten.

Auch der Zugverkehr war betroffen. So ging zwischen Washington und Philadelphia bis zum Samstagnachmittag nichts mehr. In West Virginia saßen rund 230 Passagiere 20 Stunden in einem - allerdings gut gekühlten - Zug fest: Nach Medienberichten war er auf den Schienen vorn und hinten von umgestürzten Bäumen eingekeilt.

Fünf der 13 Todesfälle gab es "Washington Post" zufolge in der Washingtoner Region. Demnach wurden zwei ältere Frauen von Bäumen erschlagen, die auf die Dächer ihrer Häuser fielen. Zwei Menschen starben in ihren Autos ebenfalls durch umstürzende Bäume, ein Mann erlitt einen tödlichen Stromschlag. In New Jersey kamen laut dem Sender CNN zwei Cousins im Alter von zwei und sieben Jahren beim Campen ums Leben: Sie wurden in ihrem Zelt zerquetscht, als eine Pinie wie ein Streichholz umknickte.

Stromausfälle gab es von Indiana im Mittleren Westen bis nach New Jersey an der Atlantikküste. CNN zufolge waren am Samstag zeitweise vier Millionen Menschen ohne Strom, am Samstagabend seien es immer noch drei Millionen gewesen. Die zuständigen Elektrizitätsgesellschaften in Virginia, Maryland und der Bundeshauptstadt Washington warnten, es könne bis zu einer Woche dauern, bis die Stromversorgung für alle wiederhergestellt sei.

Massive Stromausfälle nach Gewittern sind keine Seltenheit in den USA, sondern eher der Regelfall. Ursache sind weniger die Stürme als die marode Infrastruktur: In den meisten Gegenden verlaufen die Stromleitungen noch immer oberirdisch über Masten - ein umgestürzter Baum oder ein abgebrochener Zweig kann so ein ganzes Viertel lahmlegen.

Einen Hoffnungsschimmer gibt es unterdessen in den Waldbrand-Regionen im westlichen Bundesstaat Colorado. Zwar macht dort sengende Hitze den Feuerwehrleuten weiter schwer zu schaffen, aber sie konnten dennoch Fortschritte bei der Bekämpfung des Flammeninfernos erzielen. Bis zum Sonntag war der Brand nach Medienberichten zu mehr als 30 Prozent eingedämmt. Entwarnung könne aber noch nicht gegeben werden, hieß es.

dpa

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