7 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
Mutter gesteht: Säugling aus Fenster geworfen

Prozesse Mutter gesteht: Säugling aus Fenster geworfen

Eine Mutter hat vor dem Berliner Landgericht gestanden, dass sie ihren Sohn nach der Geburt aus dem Fenster in die Tiefe geworfen hat. "Der Vorwurf entspricht leider der Wahrheit", ließ die zierliche Frau über ihre Anwältin erklären.

Voriger Artikel
Tierische EM-Orakel: Kuh, Ziege, Möwe, Elefant
Nächster Artikel
Studie: Golf hilft nach Schlaganfall

Der 41-jährigen Arbeiterin wird vorgeworfen, ihr gerade geborenes Baby aus ihrer Wohnung im fünften Stock geworfen zu haben.

Quelle: Rainer Jensen

Berlin. Sie hatte große Angst, dass ihr Lebensgefährte wegen der Schwangerschaft Schwierigkeiten macht. Der 41-jährigen Arbeiterin wird Totschlag vorgeworfen. "Ich verstehe mich selbst nicht mehr, ich hätte mir eine so schlimme Tat nie zugetraut", hieß es in der Erklärung. Es tue ihr sehr leid, sie habe allen sehr wehgetan.

Die Mutter von vier weiteren Kindern hatte die Schwangerschaft verheimlicht. Am Abend des 19. November 2011 wurde die Facharbeiterin angeblich von den Wehen überrascht. Die Tat selber schildert die Frau nicht. Nach Ansicht der Anklage wickelte sie den Säugling unbekleidet in ein Handtuch, legte ihn in eine Mülltüte und warf ihn aus dem 5. Stock. Das Kind starb an seinen schweren Kopfverletzungen. Ein Nachbar fand die Leiche am Morgen des 20. November. "Ich dachte erst, es war eine Puppe", erinnerte sich der Pensionär.

Die Frau hat zwei Söhne zur Adoption freigegeben. Eine Tochter lebt nicht mehr in der Familie. Ihr 44-jähriger Lebensgefährte und eine 15-jährige Tochter hielten sich zur Zeit der Geburt in der Wohnung auf. Gegen den Mann wurde wegen des Verdachts einer Tatbeteiligung ermittelt. Das Verfahren wurde eingestellt. Die Angeklagte habe die Schwangerschaft sehr bewusst verheimlicht, sagte der Staatsanwalt am Rande des Prozesses. Es sei glaubhaft, dass der Partner nichts mitbekommen habe.

Der Prozess ist bis zum 20. Juni terminiert.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten: Panorama 2/3