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Kreuzfahrtschiff havariert vor Falkland-Inseln

Nach Brand an Bord Kreuzfahrtschiff havariert vor Falkland-Inseln

Die britische Marine hat vor den Falkland Inseln das französische Kreuzfahrtschiff „Le Boreal“ evakuiert. Zuvor hatte es an Bord einen Maschinenraumbrand gegeben. Verletzt wurde niemand. Die „Le Boreal“ geriet bei stürmischen Wetterbedingungen in Seenot und drohte in ein Naturschutzgebiet zu treiben.

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Sie treibt noch immer vor den ökologisch empfindlichen Falkland-Inseln: das Kreuzfahrtschiff "Le Boreal".

Quelle: Royal Navy

Ushuaia. Das 142 Meter lange Schiff befand sich bei Ausbruch des Feuers nach Mitteilung der britischen Marine in der Nähe von Kap Dolphin an der Nord-Ostküste der Falkland-Inseln. Der Kapitän bat am Mittwoch sofort um Unterstützung. Daraufhin übernahm die britische Marine die Koordinierung der Maßnahmen. Zwei Sea King-Hubschrauber und das Patrouillenschiff „Clyde“ konnten bis Mittwochabend alle Passagiere sicher aufnehmen. 79 Menschen wurden dabei von den Militärhubschraubern direkt von Bord des Kreuzfahrtschiffes geholt. Mehr als 200 Menschen mussten in Rettungsboote und wurden von der „Clyde“ übernommen.

Der Havarist treibt seither mit Schlagseite im Südatlantik, sei aber stabil, so die Marine in einer Mitteilung. Die Royal Navy hat zwei niederländische Bergungsschlepper beauftragt. Sie sollen die „Le Boreal“ von der Felsenküste bei Cape Dolphin wegschleppen und in einen Hafen bringen. Das Kap ist eines der artenreichsten Schutzgebiete der Falkland-Inseln. Dort leben Pinguine, Seelöwen und verschiedene seltene Vogelarten. Eine Strandung des Schiffes birgt erhebliche Risiken für die Natur.  

"Le Boreal" sehr schwer beschädigt

Die erst fünf Jahre alte „Le Boreal“ hat bei dem Feuer so schwere Schäden davongetragen, dass eine Notreparatur oder ein  Weiterbetrieb kurzfristig ausgeschlossen sind. Das Schiff soll jetzt auf Anordnung der britischen Behörden in einem Hafen untersucht werden. Alle 347 Passagiere und Besatzungsmitglieder wurden mittlerweile zum britischen Militärstützpunkt Mount Pleasant gebracht und dort versorgt. Der britische Verteidigungsminister Michael Fallon lobte die Arbeit der Marine sowie der ebenfalls beteiligten Royal Air Force.  

Die „Le Boreal“ hatte am 15. November den Hafen Ushuaia in Argentinien verlassen und befand sich zum Unglückszeitpunkt auf einer 16-tägigen Expeditionskreuzfahrt, die das Schiff bis in die Antarktis führen sollte. Der günstigste Preis für diese Reise lag bei 9180 Euro pro Person. Das unter französischer Flagge fahrende Passagierschiff wurde 2010 auf der Fincantieri Werft in Italien gebaut und gehört zur Reederei Le Ponant aus Frankreich. Die Reederei bietet ausschließlich Kreuzfahrten im oberen Luxussegment an. Dazu gehören auch Reisen in entlegene Gebiete wie die Antarktis oder die Südsee.

Das Schiff hat 132 Kabinen für 264 Passagiere. Die Crew besteht aus 140 Besatzungsmitgliedern. In den vergangenen Jahren hat das Schiff auch schon Kiel und den Nord-Ostsee-Kanal besucht.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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