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Tornado-Gefahr bleibt hoch

Norddeutschland Tornado-Gefahr bleibt hoch

Die Unwettergefahr in Deutschland ist noch nicht gebannt. Nach dem Tornado in Hamburg und Schleswig-Holstein sowie den Überschwemmungen durch Starkregen im Ruhrgebiet warnte der Deutsche Wetterdienst am Mittwoch erneut vor örtlich begrenzten „extremen Unwettern“.

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Auf mehreren hundert Metern Länge hatte wahrscheinlich ein Tornado am Vorabend im Stadtteil Farmsen eine Schneise der Zerstörung hinterlassen.

Quelle: Bodo Marks/dpa

Hamburg/Kiel. Damit setzt sich die beispiellose Gewitterserie offenbar fort. Allein in den vergangenen beiden Wochen hat das Institut 3000 Unwetterwarnungen herausgegeben. „Das ist einmalig, seit es das Warnsystem auf Landkreisebene gibt“, hieß es.

Der renommierte Kieler Klimaexperte Prof. Mojib Latif sieht die Entwicklung mit Sorge: „Wir müssen solche extremen Wetterlagen endlich ernst nehmen. Sie werden aufgrund der Klimaerwärmung weiter zunehmen, auch bei uns im Norden. Darauf deuten weltweit alle Klimamodelle hin.“ Latif stützt seine Prognose auf die wissenschaftlich mittlerweile ausreichend belegte Klimaerwärmung. Die begünstige beispielsweise auch die Entstehung von Tornados. „Denn wärmere Luft kann mehr Feuchtigkeit aufnehmen. Je feuchter die Luft bei der Kondensation in Form von Niederschlägen ist, desto mehr Energie könne sich bei einem Gewitter entladen.“ Die Tornado-Gefahr könnte sich demnach noch weiter erhöhen. „Wo es sehr viele Gewitter gibt, gibt es sehr viele Tornados“, sagte der Wissenschaftler.

 Auch der Tornado-Beauftragte des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach, Andreas Friedrich, beobachtet eine Zunahme registrierter Tornados in Deutschland um „gefühlte“ zehn Prozent auf maximal 60 pro Jahr, in Schleswig-Holstein seien es zwischen fünf und zehn. Doch für den Meteorologen spielt dabei vor allem die steigende Anzahl von Meldungen eine Rolle. Mithilfe ihrer Smartphones würden Bürger Wetterphänomene häufiger und besser dokumentieren als früher. Die Radars des DWD allein könnten längst nicht alle Tornados erfassen.

 Der Deutsche Wetterdienst geht inzwischen fest davon aus, dass es sich am späten Dienstagabend auch in Hamburg um einen Tornado gehandelt hat. Der Sturm wütete vor allem im Osten der Hansestadt, riss Bäume um, deckte Dächer ab und demolierte Autos. Der Ausnahmezustand wurde am Mittwoch wieder aufgehoben. Bestätigt seien auch drei weitere Tornados am Sonntag – einer im mittelhessischen Butzbach und zwei in Schleswig-Holstein.

 Schuld an den vielen Unwettern ist eine Großwetterlage mit der Bezeichnung „Tief Mitteleuropa“, ein riesiges Höhentief, das fast unbeweglich in mehr als fünf Kilometern Höhe über weiten Teilen Mitteleuropas liege. „Ausmaß und Andauer des Unwettergeschehens sind absolut außergewöhnlich“, schrieben die Experten des Deutschen Wetterdienstes in einem Zwischenbericht. Eine solche Wetterlage habe auch die Jahrhunderthochwasser 2013 in Süddeutschland und 2002 an der Elbe ausgelöst.

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