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Polizei ermittelt 16 Tatverdächtige

Silvester-Übergriffe in Köln Polizei ermittelt 16 Tatverdächtige

Nach den Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht in Köln ist die Zahl der Strafanzeigen auf 121 gestiegen. Die Ermittler hätten bislang insgesamt 16 Verdächtige ausgemacht, die mit den Taten in Zusammenhang stehen könnten, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag.

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Nach den Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht in Köln ist die Zahl der Strafanzeigen auf 121 gestiegen.

Quelle: Oliver Berg/ dpa

Köln. Die Kölner Polizei gerät nach den Übergriffen eines Mobs auf Frauen in der Silvesternacht immer stärker unter Druck. Aus dem nun bekanntgewordenen Einsatzprotokoll eines leitenden Bundespolizisten geht hervor, dass sie frühzeitig über Ausmaß und Dramatik in der Kölner Silvesternacht informiert gewesen sein muss.

In einer Mitteilung hatte die Polizei die Stimmung am Morgen nach dem Chaos am Bahnhof dagegen als „friedlich“ bezeichnet und erst zwei Tage später über die Übergriffe informiert. Der Bundespolizist will nach eigenen Angaben angesichts der angespannten Lage dagegen befürchtet haben, dass das „Chaos noch zu erheblichen Verletzungen wenn nicht sogar zu Toten führen würde“.

Auf der Suche nach Schuldigen für die Übergriffe kommt die Polizei nur langsam voran: Es seien inzwischen 16 Verdächtige ausfindig gemacht worden. „Wir prüfen nun, ob sie tatsächlich in Zusammenhang mit den Taten stehen“, sagte ein Sprecher am Donnerstag. Bis zum Mittag wurden 121 Strafanzeigen gestellt. Bei etwa drei Viertel der angezeigten Taten hätten die Opfer angegeben, sexuell bedrängt worden zu sein. In 50 dieser Fälle seien die Frauen zudem bestohlen worden. Bislang wurden zwei Vergewaltigungen angezeigt.

In der Silvesternacht hatten sich am Kölner Hauptbahnhof aus einer Menge von rund 1000 Männern heraus kleinere Gruppen gelöst, die vor allem Frauen umzingelt, begrapscht und bestohlen haben sollen. Während der Ausschreitungen hätten Frauen Schutz bei der Polizei gesucht, heißt es im internen Einsatzbericht des Bundespolizisten, der am Donnerstag vorlag.

Die Kölner Polizei wollte sich zunächst nicht zu dem Bericht des Bundespolizisten äußern. In einem Interview mit der „Kölnischen Rundschau“ sagte der heftig kritisierte Polizeipräsident Wolfgang Albers, er habe „im Verlauf des Neujahrsmorgens Kenntnis“ von dem Einsatz erhalten. Es habe sich in der Silvesternacht eine Lage entwickelt, die „überraschend und so nicht vorhersehbar“ gewesen sei. Außerdem seien die meisten Vorfälle für die Beamten wegen der Dunkelheit und des Gedränges nicht zu erkennen gewesen. Einen Rücktritt hatte Albers am Mittwoch bereits abgelehnt.

Die meisten bisher ausfindig gemachten Verdächtigen seien noch nicht namentlich bekannt, aber auf Bild- oder Videoaufnahmen klar erkennbar, sagte der Polizeisprecher am Donnerstag. Einige Verdächtige — alle nordafrikanischer Herkunft — seien vorübergehend festgenommen worden, jedoch vor allem wegen Diebstählen, teilweise auch außerhalb von Köln.

CDU-Generalsekretär Peter Tauber fordert nach den Vorfälle mehr Videoüberwachung und mehr Licht auf öffentlichen Plätzen von Großstädten. „Man muss Räume schaffen, in denen so etwas nicht geschieht, einfach weil es nicht im Dunkeln geschehen kann“, sagte Tauber der dpa. Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) sagte den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Donnerstag) zum Polizeieinsatz: „Die Polizei muss sich die Frage stellen lassen, ob sie die Vorfälle wirklich schon in der Silvesternacht ernst genug genommen hat.“ Es solle aber keine vorschnellen Schuldzuweisungen geben.

Keine Tatverdächtigen in Hamburg

Die Hamburger Polizei hat nach den sexuellen Attacken auf junge Frauen in der Silvesternacht noch keine Tatverdächtigen ermittelt. Die Ermittler seien noch dabei, das Bildmaterial auszuwerten und Zeugen und Opfer zu befragen, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag. „Wichtig für uns ist, dass sich alle Opfer melden“, sagte der Sprecher. Er unterstrich, dass es sich bei den Taten, bei denen junge Frauen von einer Gruppe Männer umzingelt und sexuell belästigt und auch bestohlen werden, um ein neues Phänomen handele. Auch auf anderen Veranstaltungen wie dem Hafengeburtstag habe es immer wieder Belästigungen und Diebstähle gegeben, aber nicht in der vorliegenden Form.

Bis zum Mittwoch hatte die Hamburger Polizei 90 Zeugenhinweise erhalten, mehr als 50 Anzeigen von Opfern waren eingegangen. Die Polizei prüft inzwischen, ob eine Videoüberwachung temporär — etwa an Wochenenden oder bei Großereignissen — möglich ist. Auf dem Kiez sind noch mehrere Videokameras installiert, aber nicht in Betrieb.

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Foto: Nach Einschätzung des Kriminologen Christian Pfeiffer sind die Vorfälle auch kulturell bedingt.

Nach den massiven Übergriffen auf Frauen in Köln hat die Polizei mehrere Tatverdächtige festgenommen. Zwei Taschendiebe wurden bereits in der Silvesternacht auf frischer Tat ertappt, teilte die Polizei am Mittwoch mit.

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