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Pussy Riot bleiben bis Ende Juli in U-Haft

Justiz Pussy Riot bleiben bis Ende Juli in U-Haft

Seit fast vier Monaten sitzt die Frauen-Punkgruppe Pussy Riot wegen Kritik an Kremlchef Wladimir Putin hinter Gittern - nun hat ein Gericht die Untersuchungshaft bis 24. Juli verlängert.

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Pussy Riot vor dem Altar der Kathedrale «Christus der Erlöser» in Moskau. Foto: Mitya Aleshkovsky/Tass

Moskau. Richterin Natalja Konowalowa lehnte am Mittwoch den Antrag der Verteidigung ab, die 22 Jahre alte Nadeschda Tolokonnikowa, Mutter eines vierjährigen Kindes, unter Auflagen auf freien Fuß zu setzen. Auch die Pussy-Riot-Mitglieder Jekaterina Samuzewitsch (29) und Maria Aljochina (24), denen ebenfalls Rowdytum angelastet wird, kamen nicht frei.

Den Frauen drohen sieben Jahre Gefängnis. Die Polizei nahm am Rande der Gerichtsverhandlung mehrere Anhänger der Band fest, die gegen diese bisher in Russland beispiellose Strafverfolgung protestierten. Prominente Künstler, Bürgerrechtler und Politiker verurteilten das Verfahren als politisch motivierte "Hexenjagd" wie im Mittelalter. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat die drei Frauen als politische Gefangene anerkannt.

Die russisch-orthodoxe Kirche unter Führung des Patriarchen Kirill steht in der Kritik, mit Hilfe des Kreml hier ein Verfahren wegen Gotteslästerung zu inszenieren. Es ist nicht der erste Fall, in dem Künstler wegen ihrer Kritik an der engen Verbindung zwischen Staat und Kirche in Russland verfolgt werden.

Pussy Riot waren am 21. Februar und damit kurz vor der Präsidentenwahl in der Erlöserkathedrale in Moskau aufgetreten. Ein mit einem Protestsong gegen Putin unterlegter Mitschnitt des Auftritts im Heiligtum der orthodoxen Kirche sorgte landesweit für Aufsehen. In dem im Internet veröffentlichten Punk-Gebet sangen Pussy Riot darüber, dass Russland von dem seit mehr als zwölf Jahren regierenden Putin erlöst werden möge.

Der Leiter des vom Kreml eingesetzten Menschenrechtsrates, Michail Fedotow, zeigte sich erneut fassungslos über die abermals verlängerte U-Haft. Es gebe im russischen Strafrecht keine Grundlage dafür, betonte er. Kirchenvertreter hatten allerdings wiederholt eine harte Strafe wegen Verletzung religiöser Gefühle gefordert. Viele Gläubige warnen hingegen vor Rachegelüsten und erinnerten daran, dass Christen eine Pflicht zum Vergeben hätten. Sie baten den Patriarchen mit einer Unterschriftenaktion um Gnade.

dpa

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