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Fähr-Katamaran beschossen

Rotes Meer Fähr-Katamaran beschossen

Der Bürgerkrieg im Jemen bedroht jetzt auch die Schifffahrtsroute im Roten Meer. Kämpfer der Huthi-Milizen stehen nach eigenen Angaben hinter einem Angriff auf einen großen Fähr-Katamaran. Das Doppelrumpfschiff „Swift“ war im Auftrag der Vereinigten Arabischen Emirate am Sonnabend auf dem Weg zum Jemen.

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Die "Swift" als Transportschiff für die US Navy 2004 im Atlantik.

Quelle: US Navy

In der Meerenge Bab el-Mandab am Südausgang des Roten Meeres wurde die 98 Meter lange Katamaran-Fähre dabei angegriffen und schwer beschädigt. Möglicherweise wurde das bis zu 40 Knoten schnelle Schiff aber auch von einer Rakete oder einem Flugkörper getroffen.

 Ein von den Rebellen ins Internet gestelltes Video zeigt angeblich den Abschuss eines Lenkflugkörpers und eine  Explosion auf der „Swift“ bei Dunkelheit. Bilder bei Tageslicht zeigen die  zerlöchertes und ausgebrannte Fähre in der Meerenge treiben.  Nach Mitteilung der Presseagentur WAM aus den Emiraten soll die „Swift“ Hilfsgüter für den Jemen transportiert haben und war angeblich unbewaffnet und hatte auch keine Soldaten an Bord. Die 24-köpfige Besatzung habe den Angriff überlebt, hieß es. Die Crew bestand  nach der Mitteilung aus zivilen Seeleuten aus Indien, der Ukraine, Jordanien, den Philippinen sowie Litauen.  

Die „Swift“ wurde für den Einsatz zur Versorgung der durch Rebellen eingekreisten jemenitischen Häfen von der staatlichen National Marine Dredging Company der Emirate geleast. 

 Das aus Aluminium gebaute Schiff gehört zu einer Serie von Schnellfähren der australischen Werft InCat  aus Tasmanien. Die auch als Wavepiercer bezeichneten Fähren fahren weltweit für Fährgesellschaften, darunter auch in Nordeuropa.

Einige dieser Schiffe waren zuvor auch im Militäreinsatz. Zu ihnen  gehörte die „Swift“, die von 2003 bis 2013 durch die US Regierung für militärische Aufgaben von InCat geleast wurde. Nach der Rückgabe  kam die Fähre in die Emirate, wo sie als Transportschiff zur Versorgung des Jemen  eingesetzt wurde.  Die Vereinigten Arabischen Emirate sind in dem Bürgerkrieg im Jemen  Teil der von Saudi-Arabien geführten Koalition zur Unterstützung der jemenitischen Regierung im Kampf gegen die Huthi-Milizen.

Die US Regierung hat inzwischen eine Warnung für das Seegebiet herausgegeben und drei Kriegsschiffe in die Meerenge entsandt, wo die „Swift“ getroffen wurde.  Es sind die Zerstörer „Mason“ und „Nitze“ sowie das Landungsschiff „Ponce“.  Die Meerenge wird im Winter auch von vielen Kreuzfahrtschiffen benutzt, die vom Mittelmeer zum Persischen Golf fahren. 

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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