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Umberto Eco ist tot

Schriftsteller Umberto Eco ist tot

Umberto Eco, der Autor des Weltbestsellers „Der Name der Rose“, ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Der italienische Schriftsteller galt als einer der großen Autoren der zeitgenössischen Weltliteratur. Er war vor allem als Roman-Autor bekannt, machte sich aber auch als Philosoph und Sprachwissenschaftler einen Namen.

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Bekannt wurde Umberto Eco durch den Roman "Der Name der Rose"

Quelle: Carmen Siguenza/dpa

Rom.  Unter Berufung auf die Familie berichtete die Zeitung „La Repubblica“, Eco sei am Freitagabend gegen 22.30 Uhr in seinem Haus in Mailand gestorben. Sein enger Freund Gianni Coscia sagte der Zeitung „La Stampa“, Eco habe seit zwei Jahren Krebs gehabt.

Am Dienstag (23. Februar, 15 Uhr) soll es laut italienischer Nachrichtenagentur eine nicht-religiöse Trauerfeier im Mailänder Schloss Castello Sforzesco geben.

Von Ecos Roman „Der Name der Rose“ verkauften sich rund 50 Millionen Exemplare. Das Buch handelt von einer grausigen Mordserie in einem mittelalterlichen Kloster in Italien. 1986 kam eine Verfilmung mit Sean Connery ins Kino und wurde ein Riesenerfolg.

Der italienische Ministerpräsident Matteo Renzi bekundete seine tiefe Trauer über den Tod Ecos. Er würdigte ihn als außergewöhnliches Beispiel eines europäischen Intellektuellen. Sein Tod sei ein „enormer Verlust“ für die Kulturwelt. Italiens Kulturminister Dario Franceschini twitterte: „Ein Genie, das die italienische Kultur in die ganze Welt gebracht hat. Jung und sprühend bis zum letzten Tag.“

Sein deutscher Verlag — Hanser in München — reagierte mit „tiefer Trauer“: „Wir haben sein Werk, er aber fehlt uns“, sagte Jo Lendle im Namen des Hauses. „Wer seine Werke liest, findet nicht nur anregendste Literatur, sondern lernt fragen, zweifeln, denken.“ Die Veröffentlichung von Ecos erstem Roman „Der Name der Rose“ habe den Verlag vor fast 35 Jahren zu dem gemacht, was er heute sei.

Nach seinem 1980 veröffentlichten Roman „Der Name der Rose“ (auf Deutsch 1982) feierte Eco mit weitere internationale Erfolge: etwa mit den Veröffentlichungen „Das Foucaultsche Pendel“, „Die Insel des vorigen Tages“ und „Baudolino“. Im Jahr 2011 erschien die deutsche Ausgabe seines Romans „Der Friedhof in Prag“.

Der Schriftsteller, Kolumnist und Wissenschaftler wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. In Mainz bekam Eco 2014 den Gutenberg-Preis. Das Kuratorium würdigte seine „brillanten kulturtheoretischen Überlegungen“ und bezeichnete den Norditaliener als „begnadeten Erzähler“, der Millionen Leser in Buchkultur und -geschichte eingeführt habe.

Auch das Bundesverdienstkreuz und den renommierten italienischen Strega-Preis erhielt Eco in den vergangenen Jahren. Was ihm versagt blieb, war der Literaturnobelpreis.

Eco schrieb ebenso spannende wie verschlungene Romane, voller Geistesblitze und kulturhistorischer Dichte. Eco wollte das Leben in seiner ganzen prallen und widersprüchlichen Unauslotbarkeit darstellen, nicht nur unterhalten, sondern auch provozieren, und zählte sich dabei auch nicht „zu jenen schlechten Schriftstellern, die behaupten, sie schrieben nur für sich selbst“.

Geboren 1932 wuchs Eco als Sohn eines Buchhalters in der piemontesischen Kleinstadt Alessandria auf. Er studierte in Turin Philosophie und Literaturgeschichte, schlug danach eine Karriere als Wissenschaftler ein. Eco arbeitete zunächst für Medien und Verlage, bevor er 1971 Professor für Semiotik wurde (also für die Philosophie/ Sprachwissenschaft der Zeichentheorie).

Nach zahlreichen Gastprofessuren in aller Welt und Dutzenden Ehrendoktortiteln stellte er 2007 schließlich seine Lehrtätigkeit ein. Gemeinsam mit seiner deutschen Frau, mit der er mehr als ein halbes Jahrhundert verheiratet war und zwei Kinder hat, lebte Eco in seinem Heimatland Italien. Seine Privatbibliothek umfasste nach eigenen Schätzungen etwa 50 000 Bücher.

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