21 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Starke Nachbeben erschüttern Italien

Häuser eingestürzt Starke Nachbeben erschüttern Italien

Erneut haben mehrere Erdstöße die Katastrophenregion in Mittelitalien erschüttert. Das stärkste der Nachbeben ereignete sich um 6.28 Uhr und hatte nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS eine Stärke von 4,7. In Amatrice stürzten dadurch erneut Gebäude ein.

Voriger Artikel
Babysimulator-Puppe hat gegenteiligen Effekt
Nächster Artikel
Beginner mit Riesen-Rap-Sause in Hamburg

Bei einem Nachbeben in Italien stürzten weitere Häuser in Amatrice ein.

Quelle: Filippo Monteforte/afp

Rom. Die Erdbebenwarte in Potsdam gab die Stärke mit 4,4 an. Das Zentrum lag etwa fünf Kilometer nordwestlich des Ortes Amatrice. Der Erdstoß brachte im Ortszentrum weitere Gebäude zum Einsturz, wie die Nachrichtenagentur ANSA meldete. Über Verletzte gab es zunächst keine Informationen.

Bereits in der Nacht zu Mittwoch hatte die Erde in Italien gebebt. Die Regierung hat einen schnellen Wiederaufbau der zerstörten Orte versprochen. „Wir haben die moralische Pflicht gegenüber den Frauen und Männern dieser Gemeinden“, sagte Renzi nach einer Krisensitzung des Ministerrats am Donnerstagabend. „Der Wiederaufbau dieser Dörfer ist die Priorität der Regierung und des Landes.“

Notstand in Italien ausgerufen

Zudem rief der Ministerrat den Notstand aus und sagte Hilfsgelder von 50 Millionen Euro zu. Auch die Erdbebenvorsorge müsse verbessert werden. „Das muss unsere Hausaufgabe für die Zukunft sein“, so Renzi.

Bei dem Erdbeben in der Nacht zu Mittwoch kamen mindestens 250 Menschen ums Leben. Die Zahl könnte nach Angaben des Zivilschutzes aber noch weiter steigen. Das Beben könne „noch schlimmere Dimensionen erreichen als jenes in L'Aquila“ im Jahr 2009, warnte der Chef des Zivilschutzes, Fabrizio Curcio. Damals starben 309 Menschen.

../dpa-InfoLine_rs-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-160824-99-201718_large_4_3.jpg

Das Beben war bis nach Rom zu spüren. Foto: Usgs

Zur Bildergalerie

Dieses Mal hatte es besonders die kleineren Orte Amatrice, Accumoli und Pescara del Tronto getroffen. Wie viele Menschen noch verschüttet oder vermisst sind, war weiter unklar. Derweil gab es auch erste Versuche der Plünderung. In Amatrice wurde ein Mann festgenommen, der in ein Haus eindringen wollte, teilte die Polizei mit.

Suche nach Überlebenden läuft

Die Retter versuchten unermüdlich, in den Trümmern noch Überlebende zu finden. Aber rund 700 Nachbeben bis zum frühen Freitagmorgen erschwerten die Arbeiten. Gleichzeitig kam Kritik am Umgang des Landes mit dem Erdbebenschutz auf, bereits bestehende Regeln würden oft nicht eingehalten, erklärten Experten. In mehreren Ortschaften wurden jahrhundertealte kulturhistorische Bauwerke beschädigt oder zerstört.

„Das erste Wort, was einem in den Sinn kommt, ist tiefes Mitgefühl für das, was passiert ist“, sagte Ministerpräsident Renzi. Die Menschen hätten ein Recht darauf, zu ihren „Wurzeln“ zurückzukehren. Mit dem Ausrufen des Notstandes soll den Opfern schnell und unbürokratisch geholfen werden. Dazu werden sonst geltende, bestimmte Rechte ausgesetzt.

Das Land ist hoch erdbebengefährdet, weil unter dem Apennin-Gebirgszug die afrikanische und die eurasische Platte aufeinanderstoßen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten: Panorama 2/3