23 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Klaus Bednarz ist gestorben

Trauer um Fernsehjournalisten Klaus Bednarz ist gestorben

Der Fernsehjournalist Klaus Bednarz ist tot. Er starb am Dienstagabend im Alter von 72 Jahren in Schwerin. Das bestätigte am Mittwoch eine WDR-Sprecherin in Köln. Bednarz war seit längerem schwer krank. Er galt als einer der profiliertesten und meinungsstärksten TV-Journalisten der Nachkriegszeit.

Voriger Artikel
Experten präsentieren Weltgrundwasserkarte
Nächster Artikel
BGH: Händler muss Gebrauchtwagen trotz TÜV selbst prüfen

Der Fernsehjournalist und Moderator des ARD-Magazins "Monitor", Klaus Bednarz, aufgenommen am 19.02.1991 im Studio vor dem Logo seiner Sendung.

Quelle: Hermann Wöstmann/dpa

Köln. Bekannt wurde Bednarz vor allem als Moskau-Korrespondent und als langjähriger Moderator des ARD-Politmagazins „Monitor“. Zuletzt lebte er überwiegend in einem Dorf in der Nähe von Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern.

WDR-Intendant Tom Buhrow würdigte Bednarz als ein „Vorbild für kritischen, unerschrockenen Journalismus“. Unter seiner Leitung habe sich „Monitor“ zu einem Magazin entwickelt, das auf dem Gebiet des investigativen Journalismus Herausragendes geleistet habe. „Klaus Bednarz war ein unbeugsamer Fürsprecher für Mensch und Umwelt“, sagte Buhrow. Aber auch seine Reisereportagen würden in Erinnerung bleiben.

Der ARD-Vorsitzende Lutz Marmor stellte heraus, dass Bednarz „einer der prägenden Fernsehjournalisten Deutschlands“ gewesen sei. „Er war ein Pionier des investigativen Journalismus: markant, mutig und oft unbequem. Mit seiner Unbestechlichkeit, seiner nie versagenden Neugier und seinem Kenntnisreichtum war und ist Klaus Bednarz Vorbild für viele Journalistinnen und Journalisten.“

RBB-Intendantin Dagmar Reim erinnerte: „Er war streng mit den anderen und vor allem streng mit sich selbst. Seine Haltung, die er im Fernsehen immer zeigte, fußte nicht auf Vorurteilen, sondern auf vertiefter Recherche und Fragen, Fragen, Fragen.“

Der 1942 in Falkensee bei Berlin geborene Bednarz war der erste ARD-Fernsehkorrespondent in Warschau. Später berichtete er als Leiter des ARD-Studios Moskau aus der Sowjetunion. Von 1983 bis 2001 moderierte er das vom Westdeutschen Rundfunk produzierte ARD-Magazin „Monitor“. Außerdem war er regelmäßiger Kommentator der „Tagesthemen“.

Vor allem in den 80er Jahren galt er vielen Konservativen als der personifizierte „Rotfunk“. „Gegen diese Klassifizierung habe ich mich immer ganz entschieden gewehrt“, sagte er 2012 in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. „Es ist doch so: Als zeitkritischer Journalist legt man sich vor allem mit denen an, die die Macht im Land haben. Und wir hatten zu der Zeit nun mal gerade 16 Jahre Kohl.“

Geändertes Programm

Das WDR-Fernsehen zeigt an diesem Mittwoch um 22.00 Uhr das Porträt „Klaus Bednarz — ein Reporterleben. 1942 — 2015“. Im Anschluss folgt um 22.10 Uhr die Sommerreise-Reportage des Zweiteilers „Die Ballade vom Baikalsee“.

Phoenix strahlt vier Reisereportagen aus: An diesem Mittwoch um 16.00 Uhr „Das Kreuz des Nordens — Reise durch Karelien — Vom Onega-See zum Polarkreis“ und um 16.45 Uhr „Das Kreuz des Nordens - Reise durch Karelien — Das Grenzland“. Am Donnerstag um 0.45 Uhr „Reise durch Ostpreußen — Ermland und Masuren“ und um 1.30 Uhr „Reise durch Ostpreußen — Königsberg und Kurische Nehrung“.

Voriger Artikel
Nächster Artikel