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UN: Drogen gefährden Kampf gegen Armut und Gewalt

UN UN: Drogen gefährden Kampf gegen Armut und Gewalt

Der Drogenkonsum nimmt weltweit zu und gefährdet nach Ansicht der Vereinten Nationen den Kampf gegen Hunger und Armut. "Das Problem ist längst eine internationale Herausforderung".

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Heroin im Bahnhofsviertel, Kokain auf Filmpremieren, Joints bei Studentenpartys - das Klischee vom Drogenkonsum. Doch Drogensucht gibt es in immer mehr Formen und immer mehr Ländern.

Quelle: Frank Leonhardt/Symbolbild

New York/Wien. Das sagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon am Dienstag bei der Vorstellung des neuen Weltdrogenberichts in New York. "Drogen gefährden eines der wichtigsten Vorhaben der Menschheit, den Kampf gegen Armut und Hunger."

Dem Bericht zufolge ist Rauschgift in den Entwicklungsländern auf dem Vormarsch, während der Konsum in den Industrieländern gleich hoch bleibt. "Der Handel mit Drogen führt zu unvorstellbarer Gewalt und Korruption und gefährdet ganze Staaten", sagte Ban. Gerade in Afrika könne die organisierte Kriminalität die Demokratiebemühungen untergraben. In Lateinamerika habe die vom Drogenhandel ausgelöste Gewalt erschreckende Ausmaße angenommen.

"Keine Region, kein Land, wie mächtig auch immer, bleibt davon verschont", sagte der Direktor der UN-Behörde für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC), Juri Fedotow. "Die internationalen Banden agieren wie multinationale Unternehmen, sie setzen Milliarden um und haben enormen Einfluss auf die Politik." Aber auch die direkten Folgen des Drogenkonsums seien verheerend: "Jedes Jahr sterben daran 200 000 Menschen. Drogen zerstören Familien und untergraben ganze Kulturen."

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans (FDP), rief am Welttag gegen Drogenmissbrauch zu einem gemeinsamen Vorgehen über Grenzen hinweg auf. "Die Drogenproblematik ist ein globales Phänomen, dem grenzübergreifend begegnet werden muss", sagte Dyckmans in Berlin.

Die UN-Behörde UNODC stellte in dem Bericht als weiteren wichtigen Trend fest, dass weltweit immer mehr künstliche chemische Drogen genommen werden. In Afghanistan hat die Opiumproduktion nach einem Rückgang 2010 inzwischen mit 5800 Tonnen wieder fast den hohen Stand früherer Jahre erreicht.

Der immer größere Drogenkonsum in den Entwicklungsländern und Schwellenländern sei besorgniserregend, sagte Fedotow kurz vor der Präsentation seines Berichts der dpa in Wien. Auch in diesem Bereich würden sich diese Länder langsam den Industrieländern annähern.

Inzwischen gibt es allein in China nach offiziellen Zahlen eine Million Heroinsüchtige. Realistisch geschätzt liege die Zahl aber wohl eher bei 2,4 Millionen, sagten die Experten der UN-Behörde. Bis zum Jahr 2100 könnte so die Zahl der Menschen, die Drogen probieren, von jetzt 230 Millionen auf 300 Millionen steigen.

Der weltweite Drogenkonsum ist nach Daten der UNODC seit Jahren etwa konstant. 27 Millionen Menschen sind drogensüchtig - einer von 200 Erdbewohnern. Fedotow wies aber auch daraufhin, dass gerade die erlaubten Suchtmittel gefährlich seien. An den Folgen des Alkoholtrinkens sterben demnach 2,3 Millionen Menschen, am Rauchen gar 5,1 Millionen.

Einer Untersuchung der EU-Drogenbeobachtungsstelle (EBDD) zufolge wächst der Cannabismarkt in Europa und fördert damit auch die Kriminalität. Die durch den Cannabishandel zu erzielenden Gewinne hätten dazu geführt, dass er sich zu einem "zentralen Geschäftsbereich krimineller Organisationen" entwickelt habe, erklärte EBDD-Direktor Wolfgang Götz in Lissabon.

Nach EBDD-Angaben haben mehr als 78 Millionen Europäer im Alter zwischen 15 und 64 Jahren mindestens einmal im Leben Cannabis ausprobiert. Etwa neun Millionen junge Europäer zwischen 15 und 34 Jahren hätten Cannabis im letzten Monat konsumiert. Jährlich würden in Europa rund 700 Tonnen Cannabiskraut und -harz beschlagnahmt.

dpa

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