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Polizei verschwieg die Herkunft der Täter

Übergriffe in Köln Polizei verschwieg die Herkunft der Täter

Der Kölner Polizeiführung war offenbar schon in der Silvesternacht klar, dass es sich bei den jungen Männern, die Frauen sexuell bedrängten und ausraubten, um Flüchtlinge aus Syrien, dem Irak und Afghanistan handelte, die erst seit kurzem in Deutschland leben.

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Ein internes Protokoll der Bundespolizei, das am Mittwoch öffentlich wurde, zeichnet ein schockierendes Bild von den Vorgängen in Köln.

Quelle: Markus Boehm/dpa

Köln. Nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeigers“ soll der verantwortliche Dienstgruppenleiter die Herkunft der Täter in seinem ersten Bericht absichtlich verheimlicht haben. Seine Entscheidung habe er sinngemäß damit begründet, dass dies „politisch heikel“ sei.

 Ein internes Protokoll der Bundespolizei, das am Mittwoch öffentlich wurde, zeichnet ein schockierendes Bild von den Vorgängen in Köln. Weinende Frauen und Mädchen hätten sich an die Beamten gewandt und sexuelle Übergriffe durch mehrere Migrantengruppen geschildert. „Die Einsatzkräfte konnten nicht allen Ereignissen, Übergriffen, Straftaten usw. Herr werden“, heißt es in dem Bericht. Nach Angaben mehrerer eingesetzter Beamte wurden in der Nacht die Personalien von fast 100 Männern kontrolliert.

 Nur eine Minderheit sei aus Nordafrika gewesen, die meisten dagegen aus Syrien. Auch sei es nicht so, dass sexuelle Belästigungen vor allem dazu gedient hätten, Trickdiebstähle vorzunehmen. „In Wirklichkeit verhielt es sich genau umgekehrt“, sagte ein Beamter laut einem Bericht der „Welt am Sonntag“. Die Zahl der Strafanzeigen stieg in Köln inzwischen auf 121. In etwa drei Viertel dieser Fälle handelt es sich um Sexualstraftaten. 16 mögliche Tatverdächtige wurden bislang identifiziert. In Hamburg gab es bislang 70 Anzeigen wegen sexueller Belästigungen. In 23 Fällen wurden die Frauen auch bestohlen oder beraubt. In Stuttgart erstattete nach Polizeiangaben ein gutes Dutzend Frauen eine Anzeige.

 Kanzlerin Angela Merkel erwägt als Reaktion eine striktere Abschiebungspolitik. Es gehe darum, „hier auch klare Zeichen zu setzen an diejenigen, die nicht gewillt sind, unsere Rechtsordnung einzuhalten“.

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Foto: Nach den Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht in Köln ist die Zahl der Strafanzeigen auf 121 gestiegen.

Nach den Übergriffen auf Frauen in der Silvesternacht in Köln ist die Zahl der Strafanzeigen auf 121 gestiegen. Die Ermittler hätten bislang insgesamt 16 Verdächtige ausgemacht, die mit den Taten in Zusammenhang stehen könnten, sagte ein Polizeisprecher am Donnerstag.

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