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Drei Tote nach Schwertangriff an Schule

Westschweden Drei Tote nach Schwertangriff an Schule

Entsetzen nach einem mutmaßlich rechtsextrem motivierten Angriff an einer schwedischen Schule: Ein Maskierter sticht auf Schüler und Lehrer ein. Ein Junge und ein Lehrer sterben. Die Polizei erschießt den Täter – sein Motiv kann sie noch nicht ausmachen.

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Ein Ort im Alarmzustand: An der "Kronan"-Schule in Trollhättan bestimmen Absperrungen und Polizeiwagen die Bilder.

Quelle: Jonathan Nackstrand/AFP

Trollhättan. Ein mit einem Schwert bewaffneter Mann hat an einer schwedischen Schule einen Lehrer und einen Schüler erstochen und zwei Menschen lebensgefährlich verletzt. Nachdem die Polizei den Täter mit Schüssen gestoppt hatte, starb auch der 21-Jährige im Krankenhaus. Maskiert, in schwarzer Kleidung und mit mehr als einer großen Stichwaffe bewaffnet habe er die Schule im westschwedischen Trollhättan am Donnerstag aufgesucht, teilte die Polizei auf einer Pressekonferenz mit.

Schüler erzählten schwedischen Medien, der Mann habe ein Schwert dabei gehabt. Weil der Angriff so kurz vor Halloween passierte, hätten einige zunächst an einen Witz geglaubt, berichtete ein Jugendlicher dem schwedischen Fernsehen: „Einige Schüler wollten ein Bild von ihm machen und das Schwert berühren.“ Im Laufe des Nachmittages tauchte ein Bild in sozialen Netzwerken auf, das Schüler zeigt, die mit dem Täter posieren. Darauf trägt er Helm und Umhang im Stile des Star-Wars-Bösewichts Darth Vader.

Der Polizei zufolge soll der Täter an die Türen zweier Klassenräume geklopft und auf diejenigen eingestochen haben, die geöffnet hätten. Ein Lehrer, den der Mann niederstach, starb am Tatort, ein Schüler später im Krankenhaus. Ein Lehrer und ein Schüler schwebten zunächst in Lebensgefahr. Am frühen Abend bezeichnete die Klinik ihren Zustand als ernst, aber stabil.

Spuren eines rechtsextremen Motivs

Der Täter stammte nach Angaben der Polizei aus Trollhättan. Er habe aber nach ersten Erkenntnissen keine Verbindung zu der Schule gehabt und sei auch nicht polizeibekannt gewesen. Über das Motiv rätselten die Ermittler noch. In der Wohnung des Täters seien Sachen gefunden worden, die „interessant für die Ermittlungen sind“, sagte ein Polizeisprecher. Genauer wollte er sich dazu nicht äußern. Auch zu Alter und Identität der Opfer machte die Polizei keine Angaben.

Auf die Frage eines Journalisten, ob ein rassistischer Hintergrund denkbar sei, sagte ein Sprecher: „Das wollen wir nicht kommentieren.“ Das antirassistische Magazin Expo enthüllte allerdings, dass der Täter im Internet Sympathien für rechtsextreme Kampagnen verschiedener Parteien und historische Aufnahmen deutscher Nationalsozialisten gezeigt hatte.

An der Schule rund 80 Kilometer nördlich von Göteborg habe nach der Tat großes Durcheinander geherrscht, erklärte ein Polizeisprecher. „Wir haben Todesopfer, Jugendliche sind betroffen. Das ist furchtbar tragisch, und die Menschen sind sehr unruhig.“ Nach dem Alarm sammelten sich dann aus Sicherheitsgründen alle Schüler der Stadt an einem zentralen Platz.

Löfven: "Schwarzer Tag für Schweden"

König Carl XVI. Gustaf sprach den Angehörigen der Opfer am Donnerstag sein Beileid aus. „Schweden steht unter Schock“, sagte er laut einer Mitteilung des Königshauses. Ministerpräsident Stefan Löfven sagte nach dem Angriff: „Das ist ein schwarzer Tag für Schweden.“ Am Abend dankte er den Polizisten für ihren Einsatz. Sie hätten weitere Todesopfer verhindert. Nach Einschätzung von Experten ist es der erste Vorfall dieser Art in dem skandinavischen Land.

Rund 400 Kinder und Jugendliche von der ersten bis zur neunten Klasse besuchen die Schule in Trollhättan. Darunter sind viele Schüler mit Migrationshintergrund. Es soll es sich um eine Problemschule handeln. Schon häufiger sei an der Schule über die Sicherheit diskutiert worden, sagte ein Oppositionspolitiker in Trollhättan schwedischen Medien.

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