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Bauer Saggau braucht mehr als Schwein

Serie: Bauern in Not Bauer Saggau braucht mehr als Schwein

Schon „als kleiner Bengel“ wollte Christian Saggau Landwirt werden. Den Traditionsbetrieb in Schmalensee übernahm der heute 37-jährige Agrar-Betriebswirt 2008 von seinem Vater. Bereits ein Jahr später investierte er in einen neuen Stall außerhalb des Dorfes. Heute machen ihm die Schweinepreise zu schaffen.

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Setzt nicht nur auf die derzeit wenig lukrative Schweinemast: Christian Saggau, Landwirt in Schmalensee.

Quelle: Jan v. Schmidt-Phiseldeck

Schmalensee. „Ich wollte durch Wachstum Sicherheit für meine Familie schaffen“, sagt Saggau. In insgesamt vier Stallungen ist nun Platz für etwa 2300 Schweine – bei Übernahme des Hofes waren es noch 1100 –, die er mit einem Lebendgewicht von 30 Kilogramm kauft. Mit etwa 125 Kilogramm sind die Tiere dann schlachtreif und werden über eine Rendsburger Vermarktungsgesellschaft abgesetzt. Doch der stetige Sinkflug der Schweinefleischpreise seit 2011 setzt dem Landwirt zu. „Kostendeckend sind etwa 1,60 Euro, der Tiefpunkt im vergangenen Jahr lag aber nur noch bei 1,28 Euro pro Kilogramm.“

Saggau setzt auf Mischkalkulation

Zwar hätten sich die Preise derzeit etwas erholt, „doch das ist wahrscheinlich nicht von langer Dauer, das geht wieder runter“, sagt Saggau. Um dennoch auskömmlich arbeiten zu können, setzt er auf eine Mischkalkulation: Saggau baut Raps, Weizen, Gerste, Roggen und Zuckerrüben auf einer Fläche von 110 Hektar an, bewirtschaftet weitere Flächen gegen Lohn und teilt sich gemeinsam mit seinem Großonkel Maschinen und Geräte. „Ich muss immer kreativ sein und neue Wege finden, um Preisdellen ausgleichen zu können.“

Obwohl Saggau einen genehmigten Bauantrag für einen weiteren Schweinestall in der Schublade hat, soll dieser vorerst dort bleiben. Langfristig will er jedoch wachsen, wenn sich die Fleischpreise wieder stabilisiert haben. Durch einen neuen Stall, durch Pacht weiterer Flächen. Und durch Zusatzstandbeine, wie zum Beispiel Flächen für Windkraftanlagen, Feriengäste oder einen Raum für Veranstaltungen im alten und nicht mehr genutzten Stall, direkt am Schmalensee gelegen. „Meine Frau Birte und ich haben viele Pläne, mal schauen, was sich davon umsetzen lässt“, sagt Saggau. Auch über eine Direktvermarktung von Schweinefleisch in der Region hat der Landwirt nachgedacht – „das geht aber nicht mit der Masse der Tiere und würde auch viel Vorarbeit erfordern, beispielsweise wegen einer möglicherweise geforderten Futterumstellung“.

Viel Arbeit und Optimismus

Derzeit nimmt allerdings der am 31. Mai geborene Falk viel Raum ein. „Die Familie ist der Ausgleich neben der Arbeit.“ Mit den drei Kindern in die Schwimmhalle, mit Birte auf die Jagd gehen, die Arbeit im Bauausschuss der Gemeinde: „Viel mehr Zeit bleibt auch kaum“, sagt Saggau, dessen Arbeitstag täglich um 6 Uhr beginnt. Hilfe bekommt er von seinen Eltern und einer Hilfskraft, sonst wäre die Arbeit nicht zu schaffen. Die Zukunft des Hofes sieht der 37-Jährige optimistisch: „Ich denke nicht ans Aufhören, dazu macht der Beruf einfach zu viel Spaß. Und im Dorf werde ich mit meiner Arbeit akzeptiert, das ist auch sehr wichtig.“

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Ein Artikel von
Jan von Schmidt-Phiseldeck
Wirtschaftsredaktion

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