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„Freie Wähler“ tun sich schwer

Schleswig-Holstein „Freie Wähler“ tun sich schwer

Ausgerechnet in Schleswig-Holstein, dem Land der Wählergemeinschaften, tun sich die „Freien Wähler“ vor der Bundestagswahl schwer. Den Kampf um Berlin gibt FW-Bundeschef Hubert Aiwanger aber nicht verloren, zumal er einen Trumpf im Ärmel hat. Eine Woche vor dem Bund wird im FW-Stammland Bayern gewählt. Dort könnte Aiwanger zum Königsmacher werden.

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In Bayern kennt ihn jeder „Lausbub“: Hubert Aiwanger, Vorsitzender der Freien Wähler

Quelle: dpa

Kiel. „Wir sind in vielen Bundesländern einen Schritt weiter als in Schleswig-Holstein“, räumt Aiwanger im Gespräch mit unserer Zeitung in Kiel ein. Von den gut 6000 Mitgliedern der FW-Bundesvereinigung kommen die Hälfte aus Bayern und gerade mal 70 aus Schleswig-Holstein. Bei der Kommunalwahl im Mai gelangen den FW Achtungserfolge. In den Kreisen Schleswig-Flensburg und Steinburg sowie in Lübeck kamen Kandidaten durch.

Aiwanger will hier anknüpfen, im nächsten Jahr FW-Kreisverbände in Kiel, Rendsburg-Eckernförde und Segeberg gründen. Als Partner sieht er die Wählergemeinschaften, die in Schleswig-Holstein fast allen Orts aktiv sind. „Ich will ihnen nahebringen, dass die Freien Wähler ihr überregionaler politischer Arm sind.“

Ob das gelingt, ist fraglich. „Wir brauchen keine Landes- oder Bundespartei“, sagt etwa Hans-Georg Schneider von der Unabhängigen Wählergemeinschaft (UWG) Mönkeberg. Auch der Vorsitzende des Dachverbands der Wählergemeinschaften in Schleswig-Holstein, Norbert P. Hoppe aus Sparrieshoop, winkt ab. „Wir sind auf regionaler Ebene für die Bürger da und mehr wollen wir nicht.“ Er werde die FW am 22. September nicht wählen.

Aiwanger gibt sich gleichwohl zuversichtlich, das Wahlziel „fünf Prozent plus x“ zu erreichen. In Berlin wollen die FW für eine bessere Finanzausstattung der Kommunen eintreten, für eine Direktwahl des Bundespräsidenten und eine Abkehr von der EU-Haftungsunion. „Jeder muss für seine eigenen Schulden haften.“

Auf die „Alternative für Deutschland“ (AfD), die teils in denselben Gefilden wildert, ist Aiwanger nicht gut zu sprechen. Die AfD sei eine Protestpartei, die FW eine Verantwortungspartei.

Eine Macht sind die FW in Bayern, wo sie 2008 in den Landtag (10,2 Prozent) einzogen. Nach Umfragen stehen sie diesmal kaum schlechter da. „Die Wahl wird bundesweit geschaut“, erklärt Aiwanger. Er ist FW-Fraktionschef, sieht die Chancen, Bayern künftig mitzuregieren, bei 30 Prozent. Um die Zukunft der FW ist dem gebürtigen Bayern ohnehin nicht bange: „In zehn Jahren werden die Freien Wähler auf Bundesebene eine größere Rolle spielen als die CSU.“

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Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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