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Bundestagswahl 2017 Wahlarena: Nach Merkel kommt Schulz
Bundestagswahl 2017 Wahlarena: Nach Merkel kommt Schulz
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10:04 17.09.2017
SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz stellt sich Montag den Fragen von 150 ausgewählten Bürgern. Quelle: Marijan Murat/dpa
Lübeck

Kameras, Scheinwerfer und Stühle für die Zuschauer stehen noch am selben Platz. Wenn sich der SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz den Fragen von 150 ausgewählten Bürgern stellt, soll alles genau so sein, wie bei der Fragerunde mit Angela Merkel (CDU) eine Woche zuvor. Nach der "ARD-Wahlarena" mit der Bundeskanzlerin am 11. September ist am Montag (18. September) ihr Herausforderer an der Reihe. Weniger als eine Woche vor der Bundestagswahl will Schulz den Dialog mit Wählern wagen. Das Erste sendet live ab 20.15 Uhr aus der Kulturwerft Gollan in Lübeck.

Erheblicher Aufwand

"Die Aufbauten für die Wahlarena sind zwischen den beiden Terminen stehengeblieben und auch der Ablauf der Sendung wird nicht verändert", sagte NDR-Pressesprecher Ralf Plessmann. Denn der Aufwand, die ehemalige Werfthalle in ein Fernsehstudio zu verwandeln, war erheblich. Acht Kameras und 130 Scheinwerfer mussten installiert, rund zwei Kilometer Video- und Audiokabel verlegt werden.

Der Komplex gegenüber der Lübecker Altstadt verkörpert ein Stück Lübecker und Schleswig-Holsteinischer Industriegeschichte. "Die Hallen sind zwischen 1870 und 1920 entstanden, es handelt sich um das älteste Industriegebiet Schleswig-Holsteins", sagt Hausherr Thilo Gollan. Der Unternehmer aus Neustadt im Kreis Ostholstein hat einig der leerstehenden und schon leicht verfallenen Hallen im Jahr 2014 gekauft und in ein Kulturzentrum verwandelt. Heute finden hier Konzerte, Partys und Messen statt.

Nach der Sendung wird Schulz noch einen Abstecher in den "Strandsalon" machen. Dort - an einem Stadtstrand in der Altstadt - treffen sich Lübecker Jusos und SPD-Anhänger, um Schulz' Wahlkampfauftritt gemeinsam im Fernsehen zu verfolgen. Anschließend wird er dort der Lübecker SPD und ihren Gästen einen kurzen Besuch abstatten. 

Schulz kämpft gegen das historische Umfragetief seiner Partei an. Im ARD-"Deutschlandtrend" kamen die Sozialdemokraten am Donnerstag nur noch auf 20 Prozent. Das ZDF-Politbarometer sah die SPD am Freitag bei 23 Prozent. Doch der SPD-Spitzenkandidat will bis zum Wahlsonntag kämpfen - "nicht für Zahlen oder Meinungsforscher, sondern (...) für meine Überzeugung und für die Menschen in diesem Lande", wie er am Donnerstag bei einem Wahlkampfauftritt auf dem Münchner Marienplatz sagte.  

Repräsentatives Publikum

Die 150 Zuschauer der Wahlarena wurden auch dieses Mal von einem Meinungsforschungsinstitut ausgewählt. "Sie stehen repräsentativ für die Wählerschaft, sind aber nicht nach Parteizugehörigkeit oder gar ihren Fragen ausgewählt worden", betonte Plessmann. Die Kandidaten würden die Fragen vorher nicht kennen. 

Den Beweis dafür lieferte der Krankenpfleger Alexander Jorde aus Hildesheim in Niedersachsen am vergangenen Montag bei der Wahlarena mit Merkel. Er brachte die Kanzlerin mit seinen hartnäckigen Fragen zur Personalsituation in der Pflege in Erklärungsnot. Merkels Antworten auf seine Frage, was sie konkret gegen den Pflegenotstand tun wolle, habe ihn enttäuscht, sagte der 21-Jährige am Tag nach der Sendung der Deutschen Presse-Agentur.

Von dpa

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