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Polizei war im Dauereinsatz

Heißer G7-Auftakt in Lübeck Polizei war im Dauereinsatz

Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen hat am Dienstag in Lübeck das erste große Treffen der deutschen G7-Präsidentschaft begonnen. Zunächst verliefen die Demonstrationen der Gipfelgegner friedlich. Am Abend kam es jedoch zu Zusammenstößen mit der Polizei, die mit mehr als 3500 Beamten im Einsatz war.

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Eine Gruppe von Polizisten bewegt sich in Richtung des Lübecker Rathaus.

Quelle: Olaf Malzahn

Lübeck. Die Außenminister der großen sieben Industrienationen (G7) bereiten in der Hansestadt den Gipfel der Staats- und Regierungschefs vor, der im Juni auf Schloss Elmau in Bayern stattfindet. Wichtigste Themen sind noch bis heute der Konflikt in der Ukraine sowie die Atomverhandlungen mit dem Iran. Heute wird US-Außenminister John Kerry in Lübeck erwartet.

 Die ersten Kundgebungen von G7-Gegnern verliefen friedlich. Bei einem Marsch des Protestbündnisses „Stop G7“ zogen nach Angaben der Polizei etwa 1800 Menschen durch die Stadt. Die Veranstalter selbst sprachen von etwa 3000 Teilnehmern.

 Zum Abschluss der Kundgebung unweit des Hansemuseums rief eine Rednerin per Mikrofon zum Sturm auf das Rathaus auf. Hunderte, teils vermummte Demonstranten bewegten sich anschließend in Richtung Markt. Die Polizei hatte Mühe, die kleinen Grüppchen aufzuhalten. Mehrere Polizeisperren wurden durchbrochen. Teilweise standen den Polizisten bis zu 100 Autonome gegenüber. Bengalische Feuer wurden entzündet, leere Flaschen flogen. Die Polizei schritt hart ein, nahm mehrere Personen fest. Über der Lübecker City kreisten Hubschrauber. Protestler provozierten die Polizei, blockierten Straßen und skandierten „Ohne Dusche gehen wir nicht nach Haus“. Die Polizei brachte Wasserwerfer in Position.

 Mitte März hatte es bei der Eröffnung der neuen Zentrale der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt schwere Krawalle gegeben. Deshalb ist die Sorge groß, dass militante Gruppen die G7-Treffen für Ausschreitungen nutzen wollen. Der Vorsitz in der G7 (USA, Kanada, Japan, Großbritannien, Frankreich, Italien und Deutschland) wechselt jedes Jahr. Deutschland ist noch bis Ende Dezember an der Reihe. Russland wurde vergangenes Jahr wegen der Annexion der Krim ausgeschlossen.

 Gastgeber Frank-Walter Steinmeier machte eine Rückkehr Moskaus in die Gruppe von einer Lösung des Ukraine-Konflikts abhängig. Russland werde eigentlich „ganz dringend“ gebraucht, um internationale Konflikte wie in Syrien oder mit dem Iran zu regeln, sagte der Bundesaußenminister. „Ich habe überhaupt kein Interesse an einer dauerhaften Isolierung Russlands.“ Moskau müsse aber auch selbst an den „Bedingungen“ für eine Rückkehr arbeiten.

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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