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Der Herr des Hauptbahnhofs

KN-Themenwoche Start & Ziel: Kiel Der Herr des Hauptbahnhofs

Der Kieler Hauptbahnhof ist Dreh- und Angelpunkt für Pendler und Reisende, aber auch Treffpunkt der Stadt. Welche logistische Leistung für einen reibungslosen Ablauf nötig ist und welche Menschen dahinterstecken, zeigen Jennifer Ruske (Text) und Thomas Eisenkrätzer (Fotos). Heute: der Herr des Hauptbahnhofs.

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Er ist der Herr über die Hauptbahnhöfe: Seit 2010 ist Dirk Teubler Leiter des Bahnhofsmanagements Lübeck, 2012 hat der 41-Jährige den gleichen Posten auch im Kieler Hauptbahnhof übertragen bekommen.

Quelle: eis

Kiel. Er ist der Herr über die Hauptbahnhöfe: Seit 2010 ist Dirk Teubler Leiter des Bahnhofsmanagements Lübeck, 2012 hat der 41-Jährige den gleichen Posten auch im Kieler Hauptbahnhof übertragen bekommen. Seine Aufgabe hüben wie drüben: „Ich verstehe mich als Qualitätshüter der Bahnhöfe.“

 Mit „Bahnhöfen“ meint Dirk Teubler nicht nur die zwei größten in Schleswig-Holstein, sondern auch die anderen 120, für die er und seine Mitarbeiter zuständig sind. „Wir kümmern uns um Instandhaltung, Neubauten, Serviceangebote und Dienstleistungen“, erklärt Teubler. „Alles, was im Bahnhof nicht Schiene ist, gehört in unsere Verantwortung.“

 Sein Aufgabengebiet reicht von der Grenze zu Hamburg bis hoch nach Westerland. „Ich versuche, jeden Bahnhof und jedes Team regelmäßig zu besuchen. Doch das klappt nicht immer bei allen“, bedauert er. Außer natürlich in Kiel und in Lübeck: „Die Mitarbeiter hier haben den Vorteil, dass ich direkt vor Ort arbeite, manche Fragen sich daher auf kurzem Dienstweg oder quasi zwischen Tür und Angel klären lassen“, sagt der Ahrensburger.

 Dreimal am Tag macht er seine Rundgänge über den Kieler Bahnhof, geht in die Halle, auf die Bahnsteige, durch die Büros seiner Mitarbeiter: So verschafft er sich selbst einen Eindruck und kann kurz mit Kollegen schnacken. Der Gang durch sein „Revier“ ist ihm wichtig, vielleicht auch, weil sein Büro gen Norden liegt – mit Blick auf den Bahnhofsvorplatz. Der gehört der Stadt. Und damit nicht in seinen Aufgabenbereich. „Das waren die einzigen Büros, die frei waren“, sagt der gelernte Kaufmann schmunzelnd.

 Teubler ist Eisenbahner von der Pike auf und hat bei der Bahn Karriere gemacht: In alle Abteilungen führte ihn die Ausbildung nach seinem Realschulabschluss: vom Betriebsdienst über Verkehrsdienst, Verwaltung bis hin zum Fahrkartenschalter und dem „Wälzen von Kursbüchern“. Seine jetzige Position erfordert vor allem zwei Dinge: wirtschaftliches Handeln („Wir sind ein Unternehmen“) und viel Kommunikation – mit Mitarbeitern, Politikern, dem Land und Interessenverbänden, Mietern, die Geschäfte im Bahnhof haben oder eröffnen wollen, und Eisenbahnverkehrsunternehmen, die die Bahnsteige für ihre Züge nutzen wollen. Aber auch mit Reisenden, die Kritik äußern oder auf Missstände hinweisen – zugige Bahnhöfe zum Beispiel, verschmutzte Toiletten oder fehlende Wartebänke. Kritik nimmt Teubler sehr ernst. „Das ist ein wichtiges Thema für uns. Wir können uns nur verbessern.“ Dem Bahnhofsmanager steht eine Reihe von Mitarbeitern zur Seite, ohne die es auf dem zweitgrößten Bahnhof in Schleswig-Holstein nicht laufen würde. In Kiel sind das zehn in der Verwaltung und Technik. Sie kümmern sich unter anderem um die Ausstattung der Bahnhöfe, sorgen für Reparaturen oder arbeiten als Streckenbetreuer auf den Bahnsteigen. Dazu kommen insgesamt noch 58 Kollegen im operativen Geschäft; 28 davon sind für Kiel zuständig. Das sind die Kollegen am Informationsschalter im Bahnhof, im Ansagezentrum und in der sogenannten 3-S-Zentrale, wo die Dienstbereiche Service, Sicherheit, Sauberkeit ihre Büros haben (siehe nebenstehende Porträts). Sie alle sorgen dafür, dass sich Reisende und Kunden auf dem Bahnhof sicher fühlen. „Wir haben in Kiel zum Glück keine so großen Probleme mit Graffiti oder Vandalismus“, sagt Teubler. Probleme mache eher das Publikum auf dem städtischen Bahnhofsvorplatz. „Hier sind wir im Dialog mit der Stadt.“

 Trotz oder gerade wegen solcher Aufgaben liebt er seinen Job und die Vielfalt, die jeder Arbeitstag mit sich bringt, „den Umgang mit den 100000 verschiedenen Individuen“ – und den Kieler Bahnhof. „Die Mischung aus Historie und Moderne ist fantastisch, dazu haben wir hier ein reiches Serviceangebot und tolle Mitarbeiter. Was kann ein Chef sich mehr wünschen?“

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Kieler Hauptbahnhof
Foto: Für Sicherheit und Ordnung auf dem Bahnhof sind sie zuständig: Nico Paasch (32) und Traore Dramane (43) sowie ihre acht Kollegen von der DB Sicherheit.

Für Sicherheit und Ordnung auf dem Bahnhof sind sie zuständig: Nico Paasch (32) und Traore Dramane (43) sowie ihre acht Kollegen von der DB Sicherheit. Regelmäßig laufen die Sicherheits-Fachkräfte ihre Runden durch die Halle. Sie kontrollieren auch die Bahnsteige, die Schließfächer und machen ihren Rundgang über den Vorplatz und um den Bahnhof herum.

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