19 ° / 15 ° Regenschauer

Navigation:
Der Urlaub fängt am Schalter an

KN-Themenwoche Start & Ziel: Kiel Der Urlaub fängt am Schalter an

Der Kieler Hauptbahnhof ist Dreh- und Angelpunkt für Pendler und Reisende, aber auch Treffpunkt der Stadt. Welche logistische Leistung für einen reibungslosen Ablauf nötig ist und welche Menschen dahinterstecken, zeigen Jennifer Ruske (Text) und Dirk Schneider (Fotos). Heute: Das Reisezentrum bringt alle auf den Weg.

Voriger Artikel
Reisende und Pendler: Daumen hoch für Kiels Bahnhof
Nächster Artikel
Männer für alle Fälle

An bis zu sechs Schalter werden die Kunden im Reisenzentrum im Kieler Bahnhof beraten.

Quelle: dsn (Archiv)

Kiel. Mit dem Rad nach Istanbul, mit der Freundin nach Köln oder mit der Familie in den Skiurlaub – wer eine Reise mit der Bahn plant, bucht sie in der Regel im Reisezentrum im Kieler Bahnhof. Antiquierte Fahrkartenschalter und lange Warteschlangen sind hier schon lange passé. Das Reisezentrum hat sich zu einem modernen Service- und Dienstleistungszentrum entwickelt. „Bei uns soll die Urlaubsfreude schon am Schalter anfangen“, sagt Jürgen Nebendahl.

 Der Diplom-Betriebswirt ist Leiter des Verkaufsbezirks Kiel und zuständig für 21 Reisezentren der DB Vertrieb GmbH in Schleswig-Holstein sowie für die 175 dort aufgestellten Fahrkartenautomaten (im Kieler Bahnhof: elf). Das Gebiet reicht von Westerland bis nach Elmshorn. Sein Büro hat der 51-Jährige auf dem Kieler Bahnhof, wo 2006 – mit dem Umbau – das größte Reisezentrum in Schleswig-Holstein entstanden ist.

 Im Reisezentrum steht Service an erster Stelle. Das fängt bei den Öffnungszeiten an. Von Montag bis Freitag sind die Mitarbeiter von 5.45 bis 20.30 Uhr vor Ort, Sonnabend und Sonntag von 6.45 bis 19.30 Uhr. Sechs Beratungsschalter finden sich in dem Gebäude links der Rolltreppen. „Statt vor den Schaltern in einer Einheitswarteschlange stehen zu müssen, wie noch vor zehn Jahren, ziehen die Kunden heute eine Nummer“, sagt der Kieler. Wer wartet, kann es sich auf den roten Bänken bequem machen oder sich auf dem Bahnhof noch einen Kaffee holen. „Wir haben jedoch das Ziel, dass die große Mehrheit der Kunden (85 Prozent) innerhalb von zehn Minuten bedient wird“, sagt Nebendahl. „Daran arbeiten wir.“

 Andere Ziele hat der Bezirksleiter bereits umgesetzt: die Leitstreifen auf dem Boden zum Beispiel, die Sehbehinderten helfen, den Weg durch das Reisezentrum zu finden. Doch nicht jeder Kunde muss den Weg bis zu den 22 Reiseberatern, die in Kiel beschäftigt sind, zurücklegen. „Wir haben einen Empfangsservice eingerichtet.“ Direkt am Eingang begrüßen die Mitarbeiter die Kunden und fragen nach deren Wünschen. „Wer nur einen Prospekt möchte oder eine schnelle Auskunft, wann der Zug abfährt oder wo die Toiletten sind, dem können wir direkt helfen“, erklärt Empfangschefin Cornelia Beckmann, die – in Hochzeiten zusammen mit weiteren ‚Automaten-Guides‘ – auch beim Lösen der Fahrkarte am Automaten hilft. „Diese Kunden sollen bei uns für kurze Auskünfte nicht lange warten müssen.“ Alle anderen leitet sie weiter an ihre Kollegen. Die versuchen an den Schaltern die Urlaubsträume der Kunden umzusetzen. „Wir nehmen uns für jeden Zeit“, sagt Beraterin Telse Clausen. „Egal, ob die Reise nur um die Ecke führt oder ins Ausland.“

 Dieses Engagement wissen die Kunden anscheinend zu schätzen – denn sie nutzen das Angebot des Reisezentrums häufig und gerne. „Von Juni bis Oktober ist bei uns Hochsaison“, sagt Nebendahl. Zwischen 500 bis 800 Kunden pro Tag kommen an die Schalter. In der Nebensaison sind es immer noch 200 bis 500. Trotz des Kundenzuspruchs seien die Mitarbeiter freundlich, beraten und informieren ihre Kunden gut – das bescheinigt die Stiftung Warentest den Kielern (Test 2010, Note: 2,9). Positiv bewerten die Kunden zudem, so haben Befragungen ergeben, dass sie am Schalter auch direkt Hilfe bekommen, wenn etwas bei der Online-Buchung schief gelaufen ist, und dass sie inzwischen bei Verspätungen und Zugausfällen schnell und unbürokratisch am Schalter ihr Geld zurückbekommen. „Vorher mussten die Kunden dafür ausgefüllte Formulare an die Zentrale schicken.“

 Viel getan hat sich auch am Angebot: Neben Zugfahrkarten werden am Schalter auch Hotel-Übernachtungen gebucht, es gibt Kombitickets in Verbindung mit einer Eintrittskarte zur Internationalen Gartenschau in Hamburg zu kaufen und einige Dienstleistungen mehr. „Und was wir am Schalter nicht leisten können, das schafft unser Reisebüro“, sagt Nebendahl. Auch die Mitarbeiter sitzen im Reisezentrum im Kieler Bahnhof – nah am Kunden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel

Aktuelles von der See, Termine und mehr - jetzt im Spezial „Meer reisen - Kreuzfahrer & Fährlinien“. mehr

Städtewetter
Tagestemperatur
°
Tiefsttemperatur
°
Regenprognose
%
Windstärke
km/h
Pollenflug
Mehr zum Artikel
KN-Themenwoche Start & Ziel: Kiel

Sie sind diejenigen, die den Bahnhof am häufigsten nutzen: Was sagen die Reisenden und Pendler zum Angebot des Kieler Hauptbahnhofs, was halten sie von Sauberkeit, Sicherheit und Service?

  • Kommentare
Kostenpflichtiger Inhalt mehr