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Die schönsten Geschichten der Leser

Der nette Mann vom Hauptbahnhof Die schönsten Geschichten der Leser

Hier finden manche ihre große Liebe, andere erleben kleine Katastrophen mit Happy End: Mit dem Kieler Hauptbahnhof verbinden unsere Leser ganz persönliche Geschichten. Welche, das wollten wir nach unserer Serie über den Hauptbahnhof wissen.

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Helfer gleich neben Gleis sechs

Seit 15 Jahren ist er der Mann am Informationsschalter des Kieler Hauptbahnhofes: Horst-Dieter Blume.

Quelle: Ruske

Kiel. Tausende nutzen den Bahnhof täglich. Für sie ist es vor allem ein Ort zum Abfahren und Ankommen. Angekommen im ganz speziellen Sinn ist Leser Matthias Röhe. Für ihn ist der Hauptbahnhof der Ort, an dem er 2005 seine große Liebe gefunden hat. Täglich fährt der Kieler zur Arbeit nach Eckernförde und täglich kaufte er sich bei einer netten jungen Dame im Bahnhof seinen Kaffee. „Zur Kieler Woche 2005 habe ich mir ein Herz gefasst und sie eingeladen“, erzählt er. „Seitdem sind wir fest zusammen.“ Seit 2007 wohnt das Paar auch unter einem Dach.

„Große Gefühle“ bringen auch Cornelia und Kurt Werntgen aus Plön für die Mitarbeiter des Bahnhofs auf – insbesondere für den Mann am Informationsschalter, Horst-Dieter Blume. „2012 wollten wir mit dem Zug nach Freiburg fahren, doch der Regionalexpress von Plön nach Lübeck fuhr nicht, die Reisenden mussten alle wieder aussteigen“, erzählen sie. Bei der Aktion blieb die Damen-Handtasche mit Fahrkarten, Geld und Fotoapparat im Zug liegen, der mit der teuren Fracht Richtung Kiel aufbrach. Mit dem Taxi folgte das Ehepaar dem Zug, meldeten sich währenddessen per Telefon am Infoschalter am Bahnhof – und bekam auf dem Hauptbahnhof von Herrn Blume nicht nur die Tasche inklusive Inhalt wieder, sondern auch den Tipp, dass der ICE nach Freiburg, den das Paar in Hamburg besteigen wollte, bereits in Kiel abfährt – und am Gleis parat steht. Tasche wiederbekommen und den Zug noch erwischt, was für ein Glück! „Wir glauben, Herr Blume ist der netteste Mensch der Welt“, findet das Paar, das sich mit einer großen Schachtel Pralinen bei ihrem Retter bedankt hat.

Die unkonventionelle Hilfe der Bahnbeamten weiß auch Jutta von Klinggräff zu schätzen. 1968 kam ihr Mann mit Gipsbein aus dem Skiurlaub auf dem Kieler Bahnhof an. Und damit er die weite Strecke zum Parkplatz nicht zu Fuß zurück legen musste, durfte die heute 83-Jährige mit ihrem Auto direkt auf den Bahnsteig fahren. „Mein Schatz musste nur noch einsteigen‘“, erinnert sie sich.

Noch weiter in die Vergangenheit reichen die Geschichten, an die sich die Buten-Kielerin Hildegard Hilsenitz aus Pattensen (geboren 1913) erinnert. „Man musste für zehn Pfennig eine Bahnsteigkarte kaufen, die wurde dann an der Sperre abgeknipst“, schreibt sie. Und an die vierte Klasse erinnert sie sich noch gut: „Dort saßen die Bauern mit ihren Hühner und anderen Tieren.“ Alle Jungs wollten damals eine rote Fahrdienstleitermütze haben und eine Kelle. „Hoch die Kelle, der Zug kann fahren!“

Nicht so schön sind die Erinnerungen von Theodor Sakmirda aus Kronshagen: Mitte 1945 wollte er von Kiel nach Hause nach Einfeld fahren, als es einen Luftalarm gab. Der Lokführer wollte möglich schnell aus dem Bahnhof raus, die Räder drehten durch und der Zug kam nicht von der Stelle. Eine Rangierlok musste kommen, um den Zug anzuschieben. „Es waren etliche, angsterfüllte Minuten“, erinnert sich Sakmirda.

Neben den Erinnerungen der Leser erreichten unsere Zeitung auch zahlreiche Verbesserungsvorschläge. Wolfgang Ohrtmann und Jürgen Kähler wünschen sich im Umfeld des Bahnhofs mehr Sauberkeit. „Die Kaisertreppe wird als Sitzgelegenheit und Müllplatz missbraucht“, schreibt Kähler. Das sei einem Aushängeschild nicht würdig. Hans-Christian Greve aus Schwentinental hätte gern eine deutlich größere Uhr oder einen gut sichtbaren Uhrenturm im Gebäude, „denn die genaue Zeit spielt die wichtigste Rolle auf einem Bahnhof“. Mehr Pünktlichkeit im Bahnbetrieb wünschen sich Helmut Reinke (Kleinkühren) und Dieter Groenke aus Felde. „Die Ansagen und die automatischen Anzeigen stimmen oft nicht überein. Häufig steht auf der Tafel ‚Nicht einsteigen, obwohl der Zug schon für die Gäste bereit steht“, sagt Groenke. Sei Tipp: „Hier darf die Durchsage-Stimme gern noch ein wenig nachbessern, um die die Fahrgäste nicht ganz so zu verwirren.“

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