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Hauptbahnhof Kiel Männer für alle Fälle
Hauptbahnhof Kiel Hauptbahnhof Kiel Männer für alle Fälle
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12:33 28.06.2016
Von Jennifer Ruske
Arbeitsplatz mit bestem Ausblick: Dieter Ulmer (60), Basyurt Halil (40), Rolf Bartz (57) und Björn Hahn (36, von links) reinigen auf dem Dach des Kieler Bahnhofs in rund 20 Metern Höhe die Regenwasserabläufe. Quelle: Paesler

Die Aussicht vom Bahnhofsdach ist grandios. Weit über die Förde reicht der Blick. Das Wetter ist schön – darum steht für die drei Männer und ihren Kollegen Rolf Bartz die Reinigung der Regenwasserabläufe auf dem Einsatzplan. 20 Meter über der Erde klettern sie zwischen den verglasten Bögen über den Bahnsteigen und Gleisen. Den Bahnhof unter sich haben sie durch die Scheiben immer gut im Blick.

Der gesamte Bahnhofsbereich gehört zu ihrem Einsatzgebiet. Von den Rolltreppen und Aufzügen, die Dieter Ulmer regelmäßig kontrolliert, über die Fluchtwege und -türen, die freigehalten werden müssen, bis zur Heizungs- und Lüftungsanlage im Keller. „Wir machen Kontrollgänge durch den gesamten Bahnhof und reparieren mit Bordmitteln all das, was gleich repariert werden kann“, sagt Ulmer. Mal müssen die Schrauben einer Sitzbank nachgezogen werden, um sie auf dem Bahnsteig zu fixieren, mal müssen Schilder an- und abmontiert werden, mal ein tropfender Wasserhahn oder eine verstopfte Toilette reapiert werden. „Unsere Arbeit ist extrem vielfältig“, schwärmt auch der gelernte Schlosser Basyurt Halil (40).

Die Vielfalt erstreckt sich nicht nur über den Kieler Hauptbahnhof, sondern über ganz Schleswig-Holstein. Gemeinsam mit ihren zwei Lübecker Kollegen betreut das Technik-Team der DB Services GmbH insgesamt 122 Bahnhöfe im Norden. „Wir sind für alle baulichen Anlagen wie Bahnsteige und Gebäude, für Maschinen, Heizungsanlagen und Co., aber auch für alle anfallenden Gartenarbeiten zuständig“, erklärt Björn Hahn.

Nach der morgendlichen Dienstbesprechung in Kiel fahren die Männer, eingeteilt in drei Teams, mit ihren Werkstattwagen auf ihre Touren, kontrollieren die Bahnhöfe und reparieren, was zu reparieren ist, mähen Gras, schneiden Hecken, wechseln Glühbirnen aus. „Wir werden auch gezielt als „Haverieteam“ eingesetzt, wenn in einer Station ein technischer Defekt, eine Überschwemmung oder ein kaputtes Wartehäuschen gemeldet wurde“, sagt Starkstromanlagenmonteur Ulmer.

„Unsere Streckenbetreuer vor Ort, aber auch Lokführer, Mieter oder Bahnkunden melden sich bei uns, wenn an den Stationen etwas defekt ist“, erklärt auch Ralf Kruse (56). Der Diplom-Verwaltungsbetriebswirt leitet für die DB Station&Service AG das Anlagenmanagement (zuständig für die Bahnhofsanlagen) – und schickt, vereinfacht gesagt, das Technik-Team los. „Das Team arbeitet alle Missstände nach Dringlichkeit ab. Alles, was unsere Bahnkunden gefährdet, wie zum Beispiel Glassplitter, müssen die Männer schnell beseitigen.“ Kaputte Scheiben tauscht das Team aus. Sind die Reparaturen aufwändiger, wird eine Fachfirma engagiert.

„Wir, versuchen, einen Schaden schnellstmöglich zu beheben“, sagt Kruse. Aber nicht immer ist das so fix möglich wie in Husum: „Im tiefsten Winter wurden wir zu einem ’absoluten Notfall‘ geholt“, erzählt Ulmer schmunzelnd. Die Heizung war ausgefallen und im Bahnhof herrschten Minusgrade. „Ein Super-Gau, denn eine Heizungsreparatur kann sich schon mal hinziehen.“ Zum Glück konnte Ulmer das Problem in Minuten lösen: „Wir mussten nur Heizöl nachfüllen lassen.“

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