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Ein beheiztes Zelt für Flüchtlinge

Arbeitskreis „Brückenbauen“ Kiel Ein beheiztes Zelt für Flüchtlinge

Die Hilfe für Flüchtlinge im türkischen Hatay ist dringlicher denn je. Mehr als 200 000 Menschen brauchen im Winter Unterstützung, appelliert auch der Kieler Arbeitskreis „Brückenbauen“, an der städtischen Spendenaktion mit Kiels Partnerstadt Hatay/Antakya teilzunehmen. Bis Montagnachmittag sind bereits mehr als 35 000 Euro auf dem Spendenkonto eingegangen.

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Täglich strömen syrische Flüchtlinge aus dem Bürgerkriegsgebiet über die Grenze und suchen Schutz. Kiels Partnerstadt Hatay im Süden der Türkei liegt nur wenige Kilometer von Syrien entfernt.

Quelle: hfr

Kiel. Kiels Partnerstadt Antakya, die sich seit einer Gebietsreform zur Großstadt Hatay (jetzt 1,5 Millionen Einwohner) wandelte, wird von einer riesigen Flüchtlingswelle aus dem nahen Syrien überrollt. In einer Zeltstadt kamen etwa 16 000 Flüchtlinge unter, doch die Mehrheit der insgesamt 270 000 Menschen, meist Frauen und Kinder, zieht illegal durch die Region und wird als Gast geduldet. Trotz großzügiger Unterstützung aus der gesamten Region fehle es vor allem ihnen an Unterkünften, Kleidung, Lebensmittel, Bildung und Sozialleistungen, bat Lütfü Savas, Oberbürgermeister von Hatay, um Hilfe. Er dankte dem Kieler Stadtpräsidenten Hans-Werner Tovar und Oberbürgermeister Ulf Kämpfer für die von ihnen angeschobene Spendenaktion. Unsere Zeitung unterstützt den Spendenaufruf und bittet um Ihre Teilnahme an der Aktion „Hilfe für Hatay“.

Einer, der die Situation vor Ort gut kennt, ist Pastor Klaus Onnasch, der als Mitbegründer des Kieler Arbeitskreises „Brückenbauen“ seit 14 Jahren regelmäßig nach Hatay/Antakya reist. Der letzte Besuch gemeinsam mit der deutsch-türkischen Gesellschaft Kiel und Umgebung war im vergangenen Mai, als die Flüchtlingsproblematik schon im Stadtbild augenfällig wurde. Für Onnasch ist die türkische Stadt ein über Jahrhunderte gewachsener „Ort der Verständigung von Menschen verschiedener Kulturen und Religionen“. Die Verwaltung definiere sich über die Ziele Willkommenskultur, Frieden und Geschwisterlichkeit. Keine Lippenbekenntnisse, wie auch die Aufnahme so vieler Flüchtlinge zeige, meint der Pastor. Die 2006 in Kiel eingeführte interreligiöse Stadtrundfahrt habe ihr Vorbild in der Partnerstadt, die diese Touren seit 2005 anbiete. Nach Rücksprache mit Vertretern des deutsch-türkischen Kulturvereins und dem Friedenshaus in der Türkei regt Onnasch an, im Park von Antakya von den Kieler Spenden ein beheiztes Zelt als Anlaufstelle für die Flüchtlinge aufzustellen – dort soll es nicht nur Tee, Suppe und Brot geben, sondern auch Beratung und Infos. Wer die Partnerstadt kennenlernen will, den lädt der Arbeitskreis „Brückenbauen“ vom 9. bis 16. April 2015 wieder zu einer Bürgerreise nach Hatay/Antakya ein (Infos Tel. 0431/801370, 0171/8108101 oder 0431/89009).

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH