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Flüchtlinge brauchen unsere Hilfe

Spendenaufruf für Hatay Flüchtlinge brauchen unsere Hilfe

In einer eindringlichen Grußbotschaft dankt der Oberbürgermeister der türkischen Stadt Hatay der Stadt Kiel für ihre Spendenaktion zugunsten syrischer Flüchtlinge. Mehr als 200 000 Menschen bräuchten in den Wintermonaten dringend Hilfe. Unsere Zeitung unterstützt den Spendenaufruf und bitten um Ihre Teilnahme an der Aktion.

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Der Syrien-Krieg treibt immer mehr Menschen, vor allem Frauen und Kinder, über die Grenze in die Türkei. Dort leben mittlerweile 1,7 Millionen Flüchtlinge.

Quelle: hfr

Kiel. Stadtpräsident Hans-Werner Tovar und Oberbürgermeister Ulf Kämpfer hatten die Spendenaktion nach ihren Antrittsbesuchen in Kiels südtürkischer Schwesternstadt Antakya, die im Zuge einer Gebietsreform zur Großstadt Hatay zusammengelegt wurde, gestartet. Sie entschieden, wie berichtet, auf die Produktion und den Versand von Weihnachtsgrußkarten zu verzichten und den aufgestockten Spendenbetrag von 5000 Euro als Startguthaben dem Spendenkonto zugutekommen zu lassen. Eine mit dem Kieler DRK-Kreisverband organisierte Aktion, die laut Oberbürgermeister Lütfü Savas die Menschen in Hatay berührt: „Diese sensible Solidarität ist der Höhepunkt unserer noch sehr jungen Partnerschaft von zweieinhalb Jahren.“

Hier finden Sie die Übersetzung der Grußbotschaft:

In der Region Hatay nahe der syrischen Grenze leben 1,5 Millionen Menschen, so Savas, in „gut entwickelten und friedlichen Städten“. Der seit fast vier Jahren andauernde Krieg, bei dem in direkter Nachbarschaft „unschuldige Menschen sterben und das Land täglich zerstört wird“, gehe nicht spurlos an der Türkei vorbei. Von den insgesamt 1,7 Millionen Flüchtlingen in der Türkei (meist Frauen und Kinder) leben 270000 in der Region Hatay. 16000 Syrer sind nach Angaben Hatays im vom türkischen Staat organisierten Auffanglagern, in Zeltstädten oder Camps untergebracht, doch die große Mehrheit ist in der Region verteilt. Vor allem sie bräuchten konkrete Hilfe, berichtet der Oberbürgermeister: Trotz großzügiger Unterstützung aus der gesamten Region fehle es ihnen an Unterkünften, Kleidung, Lebensmittel, Bildung und Sozialleistungen. Die finanziellen Spenden der Kieler und Kielerinnen werden vor allem den Flüchtlingen zugutekommen, deren Lebensumstände durch die Wintermonate noch weiter erschwert werde, verspricht der Verwaltungschef. Die Stadt Kiel plant, dass ein offizieller Vertreter die Spendensumme direkt vor Ort in Hatay übergibt.

Kinder sind besonders schlimm von der dramatischen Situation in Hatay betroffen. (Foto: hfr)

Die Kontakte von Kielern und Kielerinnen zu Antakya haben ihre Wurzeln in einem bereits seit mehr als zwölf Jahren bestehenden interreligiösen Austausch zwischen den beiden Städten, etwa im Kieler „Arbeitskreis Brückenbauen“. Antakya gilt als Vorbild durch das friedliche Zusammenleben von Christen, Moslems und Juden. Die St.-Petrus-Grotte wurde vom Vatikan offiziell zur ältesten Kirche der Christenheit erklärt und soll der Legende nach vom Apostel Petrus eingeweiht worden sein. Heute liegt Antakya bzw. Hatay zwar mitten in einer blühenden Wirtschaftsregion, aber angesichts der Flüchtlingsproblematik auf einem Pulverfass, hatte Tovar die Eindrücke seines kürzlichen Antrittsbesuches zusammengefasst.

Etwa 16 000 Flüchtlinge hat die Türkei in Zeltlagern in Kiels Partnerstadt Hatay untergebracht. (Foto: hfr)

„Die Tatsache, dass Sie unsere Situation aus der Ferne sensibel warhnehmen und beobachten und Ihre Bereitschaft den hier lebenden Flüchtlingen Hilfe zukommen zu lassen, hat uns geehrt und berührt“, dankt Hatays Oberbürgermeister auch im Namen aller Flüchtlinge und der zahllosen Helfer und Helferinnen. Weitere Infos unter www.kiel.de/international

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Ein Artikel von
Martina Drexler
Lokalredaktion Kiel/SH