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Erste Hilfe für alle, die helfen wollen

„KN hilft Leben retten!“ Erste Hilfe für alle, die helfen wollen

Unmittelbar nachdem die Aktion auf dem KN-Jahresempfang vorgestellt worden war, meldeten sich die ersten Unterstützer. Und auch die ersten Spenden sind bereits eingegangen – ein guter Start.

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Thies Weisner (links) wurde von seinem Mannschaftskameraden Stefan Cawello nach einem Zusammenbruch ins Leben zurückgeholt. Am Rande des KN-Jahresempfangs zeigten die beiden Freunde an Übungspuppen, wie eine Herzdruckmassage funktioniert.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Die letzte Rede beim Jahresempfang der Kieler Nachrichten war gerade gehalten, der letzte Beifall verklungen, da gab es für Wilhelm Tischendorf kein Halten mehr. Zielstrebig ging der Kieler Bestattungsunternehmer auf KN-Geschäftsführer Sven Fricke zu, drückte ihm seine Visitenkarte in die Hand und sagte: „Ich finanziere gerne einen Kursus.“

Tischendorf war nicht der Einzige, den die von den KN und dem Uni-Klinikum Schleswig-Holstein organisierte Aktion „Leben retten!“ beeindruckte, aber er war der Erste, der Unterstützung anbot. „Ich komme aus dem Gewerbe das benötigt wird, wenn lebensrettende Maßnahmen schiefgehen“, sagte Wilhelm Tischendorf, „ich weiß, wie wertvoll Kenntnisse bei Erster Hilfe oder Herzdruckmassage sind. Gerade Herzkrankheiten kündigen sich ja nicht unbedingt an.“ Der Chef des 1876 gegründeten Bestattungsunternehmens hat häufig erlebt, wie erschüttert Angehörige gerade nach einem plötzlichen Tod eines Familienmitglieds reagieren, auf den sie nicht vorbereitet waren. „Ich halte es für wichtig, etwas Sinnvolles zu unterstützen, und diese Aktion ist wirklich sinnvoll“, ergänzte der 70-Jährige. „Ich engagiere mich lieber in einem solchen Fall, denn wenn es um Spenden geht in Bereichen, um die sich der Staat kümmern müsste, besteht immer die Gefahr, dass der Staat sich zurückzieht.“ Er hofft, dass sich durch seine Soforthilfe weitere Unternehmer angesprochen fühlen.

Angebote und Spenden gingen ein

Angesprochen fühlte sich auch Karl-Heinz Rohloff. Dem Bürgermeister von Wasbek erging es wie vielen Gästen des Jahresempfangs. Als der Selenter Fußballer Thies Weisner, der im Training einen Herzstillstand erlitten hatte, mit seinem Lebensretter Stefan Cawello von KN-Chefredakteur Christian Longardt zu diesem tragischen Erlebnis im März 2014 befragt wurde, gingen die Schilderungen Rohloff unter die Haut. Am Freitag rief er deshalb die Hotline 0431-903669 von „Leben retten!“ an, weil auch er helfen möchte. „Die Botschaft von Herrn Cawello ist bei mir angekommen: Man kann bei Erster Hilfe nichts falsch machen, außer man macht gar nichts.“ Also bot Karl-Heinz Rohloff einen Raum im Wasbeker Feuerwehrgerätehaus für eine Schulung an. „Ich könnte mir vorstellen, dass das auch für Übungsleiter in Sportvereinen interessant sein könnte“, meinte er und räumte ein, dass das auch für ihn gelte: „Ich bin selbst nicht sicher, was ich in einem Notfall tun müsste.“

Weitere Angebote für Schulungsräume kamen von der SV Friedrichsort, deren Technischer Leiter Harald Schuffenhauer an Leben-retten@kieler-nachrichten.de mailte: „Wir stellen unseren Saal im Sportheim zur Verfügung! Wenn es sein soll auch mehrmals.“ Geschult werden könnte darüber hinaus auch bei der IHK und im Cinemaxx Kiel, in Wahlstedt, Lütjenburg, Dobersdorf oder Postfeld. Die ersten drei Kurse für jeweils 30 Personen finanzieren die Kieler Nachrichten, nun werden weitere Partner wie Wilhelm Tischendorf oder die Faktor X Kommunikations GmbH, die 1000 Euro spendete, benötigt, damit möglichst viele Menschen in der Region lernen, was im Fall eines akuten Herzstillstandes zu tun ist.

Aus diesem Grund ist auch Wolfgang Schwenke von der Aktion „Leben retten“ überzeugt. „Ich finde es toll, dass die KN und das UKSH dieses Thema aufgreifen, an das man erst denkt, wenn man mal selbst betroffen ist“, sagte der Vizepräsident und kaufmännische Geschäftsführer von Holstein Kiel. Und Schwenke („Auch ich bekam eine Gänsehaut bei der Schilderung des Vorfalls in Selent“) verbindet mit dieser bundesweit einmaligen Aktion eine Hoffnung: „Vielleicht finden sich Nachahmer in anderen Bundesländern, dann wäre von Schleswig-Holstein ein wichtiges Signal ausgegangen.“

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