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Auch Weinhold kann nun Leben retten

KN hilft Auch Weinhold kann nun Leben retten

Mit Patenschaften ist das so eine Sache. Was einmal gut gemeint war, wird nicht immer mit Leben erfüllt. Steffen Weinhold hat die Patenschaft für „Leben retten!“ übernommen, der gemeinsamen Aktion der Kieler Nachrichten und des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein.

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Dietlind-Ines Levin und ihr Mann Friedrich-Wilhelm Levin üben mit dem „Paten“ Steffen Weinhold (rechts) Herzdruckmassage.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Der Handballer des THW Kiel musste nicht lange überlegen, als die Anfrage kam, und er entschied ebenso schnell: „Ich möchte auf jeden Fall an einer Schulung teilnehmen.“ Am Dienstagabend war es so weit, beim Lebenretten-Kursus im Nephrologischen Centrum in der Kieler Sedanstraße.

Steffen Weinhold, an zeitliche Pflichten als Profi gewohnt, war pünktlich zur Stelle und zeigte trotz einer aktuellen Nackenverletzung Einsatz. Als es darum ging, die Technik der Herzdruckmassage an der Übungspuppe „Mini-Anne“ zu proben, ließ es der Europameister prompt knacken. „Da sieht man, er hat ein paar Muskeln mehr als ich“, staunte ein anderer Teilnehmer, als Weinhold der Übungspuppe scheinbar mühelos jene Töne entlockte, die sachgemäße Herzdruckmassage am richtigen Punkt bestätigen.

"Es gilt durchzuhalten"

Zuvor hatten Privatdozent Dr. Jan-Thorsten Gräsner, Direktor des Instituts für Rettungs- und Notfallmedizin, den 30 Teilnehmern die Bedeutung der sogenannten Laien-Reanimation erläutert: „Herzstillstand ist die häufigste Todesursache in Deutschland. In Skandinavien oder in Holland wissen sehr viel mehr Menschen als hierzulande, was in einem Notfall zu tun ist. Die ersten Minuten sind wirklich entscheidend.“ Jessica Popp, UKSH-Krankenschwester, ergänzte: „Einen plötzlichen Herzstillstand kann jeder in jedem Alter erleiden. Wenn nicht schnell genug Hilfe geleistet wird und das Gehirn zu lange nicht mit Sauerstoff versorgt wird, dann kann das dazu führen, dass ein Vater seinem Kind nie mehr eine Gute-Nacht-Geschichte vorlesen kann.“ Ein Satz, der Steffen Weinhold berührte: Im Januar ist er erstmals Vater geworden.

Der Handball-Europameister wollte im weiteren Verlauf von der Referentin wissen, was zu tun sei, wenn sich bei der Beatmung eines Bewusstlosen herausstelle, dass dieser seine Zunge verschluckt habe: „Soll man die Zunge dann herausziehen?“ Jessica Popp riet, den Kopf des Betroffenen zu überstrecken, das reiche normalerweise aus, um die Atemwege wieder frei zu bekommen. Und als Steffen Weinhold merkte, wie anstrengend Herzdruckmassage sein kann, fragte er die zweite Ausbilderin, Saskia Greiner, ob er im Notfall nicht vielleicht mal eine kurze Pause einlegen dürfe. „Auf keinen Fall“, antwortete die Rettungssanitäterin, „es gilt durchzuhalten, bis der Notarzt kommt.“

Eine wichtige Aktion

Dr. Wolfgang Baar, der mit seinen Kollegen Dr. Michael Wittwer und Thorsten Bargemann das Nephrologische Centrum leitet, freute über die ansprechende Mischung aus Information und Praxis: „Diese interaktive Vermittlung kommt richtig gut an“, registrierte der Internist und begründete den Entschluss, eine solche Lebenretten-Schulung zu finanzieren auch mit dem gesellschaftlichem Auftrag von Ärzten: „Wir halten es für wichtig, dass Menschen die Angst vor einem solchen Notfall genommen wird und Laien-Reanimation einen höheren Stellenwert erhält.“ Weinhold nickte zustimmend und meinte, bevor er sich für ein Erinnerungsfoto zwischen Jessica Popp und Saskia Greiner postierte: „Das ist eine wichtige Aktion, und ich fände es gut, wenn sich mehr junge Leute für eine solche Schulung anmelden würden.“

Die neuen Kurs-Termine finden Sie hier.

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Ein Artikel von
Gerhard Müller
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