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Al Gambero: Essen wie bei La Famiglia

Serie: Kiel isst Al Gambero: Essen wie bei La Famiglia

Man muss nicht Christian Rach oder Jürgen Dollase heißen, um zu wissen, ob das Essen schmeckt. In unserer Serie „Kiel isst“ stellt Ihnen Fred Becker das Restaurant „Al Gambero“ in Kiel-Friedrichsort vor.

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Im Al Gambero hat Chef Valerio De Lucia immer frischen Fisch für seine Gäste vorrätig.

Quelle: Sven Janssen

Kiel. Sogenannte „Italiener“ habe ich reichlich ausprobiert. Oft habe ich eine Mischmasch-Küche vorgefunden, bei der aus der Pasta eine Paste wird. Anders ist das im „ Al Gambero“ in Kiel-Friedrichsort, einem echten „Italiener“. Nach dem abgeschlossenen Küchenumbau wird inzwischen auch die Pasta selbst hergestellt. Seit das Restaurant 2001 aufmachte, ist es mein Lieblingsrestaurant.

Zur Begrüßung gibt es frisch gebackenes Brot. Das klingt profan, wird aber mit dem selbst angesetzten „scharfen Olivenöl“ auf dem Tisch und etwas grobkörnigem Salz zur Delikatesse. Eine kleine Theke mit wechselnden Antipasti bietet eine Alternative zur normalen Speisenkarte. Zudem gibt es einen täglich wechselnden Mittagstisch. Gewechselt werden auch die Angebote auf der handgeschriebenen Tafel, die natürlich saisonal geprägt ist. Dort versucht Chef Valerio de Lucia uns Deutschen auch mal die etwas andere italienische Küche abseits des Mainstream näherzubringen. Und wenn der Gast nicht weiß, was sich hinter einem „Ossobuco“ verbirgt, wird er vom sachkundigen Personal freundlich aufgeklärt, dass es um ein Stück geschmortes Kalbsbein handelt.

Der Außenbereich ist ein Refugium für leidgeprüfte Raucher

Ein überdachter Außenbereich für bis zu 50 Personen lädt im Sommer nach einem Strandbesuch zur Pizza bei einem kühlen Glas Wein ein und bietet bei schlechtem Wetter oder im Winter für leidgeprüfte Raucher ein Refugium. Durchsichtige Seitenteile verwandeln den Bereich dann in einen gemütlichen Wintergarten. Extra angebrachte Wärmestrahler, Wolldecken und natürlich ein heißer Espresso wärmen Raucher und Frischluftfanatiker gleichermaßen.

Dass man sich im „Al Gambero“ wie zu Gast in einer italienischen Familie fühlt, liegt vermutlich daran, dass es sich hier noch um einen echten Familienbetrieb handelt. Neben Chef Valerio De Lucia, der das Restaurant im Januar 2011 übernommen hat, wirken noch seine Schwester Emanuela De Lucia im Service und sein Bruder Marcello De Lucia als Koch mit. Chefkoch Domenico Vigliotti stammt ebenso wie Valerio aus Caserta bei Neapel. Monika Kaliniak, die eigentlich aus Polen stammt und hier schon seit zwölf Jahren die Teller balanciert, hat keine Probleme, mit den Gästen stilsicher auf Deutsch, Italienisch, Englisch oder Polnisch zu kommunizieren. Diese Beständigkeit, das familiäre Ambiente und die Qualität des Essens sind Garant für eine treue Kundschaft, aber eben auch Garant dafür, dass man in den frühen Abendstunden unangemeldet kaum auf einen freien Platz hoffen darf.

Und egal, wie viel ich schon gegessen habe, wenn Valerio Profiterole gemacht hat, kann ich nicht widerstehen. Eigentlich sollte damit meine Mahlzeit abgeschlossen sein. Wäre da nicht noch die erlesene Grappa-Auswahl. Der Caffè corretto, also ein Espresso mit einem Schuss Grappa, ist für mich ein unvergleichliches Finale des Besuchs im „Al Gambero“.

Von Fred Becker

Auf einen Blick

Al Gambero, An der Schanze 29, Kiel-Friedrichsort, Tel. 0431/395514. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 12 bis 14 Uhr und von 18 bis 23 Uhr, Sonnabend von 18 bis 24 Uhr und Sonntag von 17 bis 22 Uhr.

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