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Maritime Auszeit am langen Tresen

Hafenwirtschaft Maritime Auszeit am langen Tresen

Neulich ist mir endlich aufgegangen, warum ich mich in einigen Restaurants wohler fühle als in anderen – unabhängig von ihrer Küche. Es ist die Kombination aus Wohlfühl-Ambiente und einem langen, gemütliche Tresen. Beides vereint die Hafenwirtschaft in Holtenau.

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Weltoffenes Flair und Hausmannskost

Wollen im alten Kanalpackhaus mit seiner mehr als 270-jährigen Tradition für kulinarische Kontinuität sorgen (v.li.): Jörn Clahsen, Jens Gripp und German Benk an dem langen Tresen, der die Hafenwirtschaft unverwechselbar macht.

Quelle: Petra Krause

Kiel. Zugegeben, mich reizt vor allem der ungewöhnliche Tresen, auf dem man sogar nach Herzenslust rumkritzeln darf und der seit der Umgestaltung im Dezember 2013 den Raum beherrscht. Aber kritzeln muss ich da nur, wenn ich sonst nichts zu tun habe. Denn meist ist einer meiner drei Lieblings-Hafenwirtschaftler am Start und philosophiert mit mir herum über alte Zeiten – insbesondere die wilden im Kieler Nachtleben. Der wachsame Barkeeper Jens Gripp sorgt dafür, dass ich mein Glas nie halbleer sehe. Wenn dann auch noch die beiden Gastro-Urgesteine Jörn Clahsen und Chef German Benk herumwuseln, ist mein Abend gerettet. Denn nichts ist unterhaltsamer, als im „Club of Gin“ Erinnerungen und Anekdoten wieder aufleben zu lassen. Dazu können die beiden einiges beitragen. Schließlich haben sie jahrzehntelang mit dem Hoheneck, dem Quadrat, dem Einstein, dem Wubbke, dem Strandhotel, dem far out, dem American und vielen anderen Läden Kieler Tresengeschichte geschrieben. Man kann dort aber auch einfach nur wie ein alter Seefahrer sein Fernweh lindern und die Gedanken reisen lassen. Dabei hilft das ganze Interieur, das stilsicher auf das Thema Seefahrt abgestimmt ist.

Zudem ist mit der Crew in das alte Kanalpackhaus mit seinen mehr als 270 Jahre alten Mauern, die schon manche Gastronomen gesehen und wieder verabschiedet haben, wieder Konstanz eingekehrt. Selbst ich habe mir hier einst etwas für mein Studium dazu verdient. Nun scheint es endlich als Hafenwirtschaft seine Bestimmung gefunden zu haben. Das mag neben dem Tresenwesen auch an der hervorragenden etwas anderen saisonal durchsprenkelten holsteinischen Küche mit maritimen Touch liegen. Hier kriegt man noch ein echtes Wiener Schnitzel, Rinderroulade, Rübenmus oder die kreative holsteiner Bruschetta-Variante. So gehe ich in der Hafenwirtschaft einfach gerne vor Anker – im Sommer auch mal auf der Terrasse direkt am Tiessenkai.

Hafenwirtschaft, Kanalstraße 63-65, Kiel-Holtenau, Tel. 0431/90896715. Öffnungszeiten: täglich ab 11.30 Uhr. Montag Ruhetag. Dienstag bis Sonnabend ab 11.30 Uhr: „Strehler kocht Mittag“.

So werden Sie zum Restauranttester

Teilnahme: Ab sofort können Sie uns Ihr Kieler Lieblingslokal vorstellen. Der Text sollte mindestens 2000 Zeichen umfassen und ausdrücken, was Ihnen an dem Restaurant am besten gefällt. Schicken Sie uns Ihre Bewertung unter dem Stichwort „Kiel isst“ entweder per Mail (lokalredaktion@kieler-nachrichten.de) oder auf dem Postweg an: Kieler Nachrichten, Lokalredaktion, Stichwort „Kiel isst“, Fleethörn 1-7, 24103 Kiel. Bitte vergessen Sie nicht, Ihre Telefonnummer anzugeben. Wir wählen dann unter allen Einsendungen die Texte aus, die veröffentlicht werden und melden uns bei Ihnen – auch, um ein Foto von Ihnen in Ihrem Lieblingslokal zu machen. Es besteht kein Anspruch auf Veröffentlichung.

Verlosung: Am Ende der Serie verlosen wir unter allen Teilnehmern (auch von denen, deren Texte nicht veröffentlicht werden) drei Essens-Gutscheine im Wert von 50 Euro für Ihr Lieblingslokal. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

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