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Mit dem Flair einer italienischen Piazza

N.i.L barvital Mit dem Flair einer italienischen Piazza

In unserer Serie „Kiel isst“ haben Leser die Gelegenheit, in die Rolle des Restaurantkritikers zu schlüpfen und ihr Lieblingslokal vorzustellen. Wo kehren Sie gerne ein und warum? In dieser Folge stellt Ihnen Renate Ulbricht das "Nil“ in der Holtenauer Straße vor.

Holtenauer Straße 40c, Kiel 54.330958 10.132471
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Eine spanisch-deutsche Liaison

Dank der offenen Küche im „Nil“ kann man den Köchen, hier Moritz Specht, beim Kochen zuschauen.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Ob Frühjahr, Sommer, Herbst oder Winter – im Restaurant „Nil“ in der Holtenauer Straße in Kiel fühle ich mich nicht nur zu jeder Jahres-, sondern auch zu jeder Tageszeit wohl und gut aufgehoben. Und das mit unregelmäßiger Häufigkeit. Da ich im Brauereiviertel wohne und gerne mal ein Stückchen laufe, ist es mindestens einmal die Woche mein Ziel und gleichzeitig meine Belohnung.

Seit das Wellfood-Restaurant "Nil" im Juli 2005 nach zweijähriger Planung und dem Umbau des ehemaligen Pressezentrums aufgemacht hat, bin ich dort Stammgast – mal mit meinem Partner, mal mit Freundinnen. Ich sitze allerdings immer draußen, weil ich mich dort einfach besser unterhalten kann. Drinnen ist es mir einfach oft zu laut und zu voll. Und ich schnacke halt gerne, dabei kann ich mich bestens entspannen.

Andrea Soll, Gastgeberin aus Passion

 Der Name "Nil" steht übrigens für „neue innovative Lebenslust“, und die spürt man hier auch. Das Servicepersonal ist durchweg gut gelaunt, umsichtig und freundlich. Ein echter Hingucker sind die Kellner, die mit ihrer Pfeffermühle bewaffnet wie Cowboys wirken. Frontfrau Andrea Soll, die zusammen mit ihrer Schwester Ingelore Soll-Koch und deren Mann Klaus Koch, das Restaurant zu einem echten Wohlfühlort gemacht hat, ist für mich die Seele des Geschäfts. Sie ist eine Gastgeberin aus Passion, hat für jeden ein Lächeln übrig, und ist aber ebenso in der Lage ein Machtwort zu sprechen, wenn sich ein Gast mal daneben benimmt. Dazu die frische Küche, die guten Zutaten, die Art und Weise wie alles angerichtet wird, und das an sieben Tagen in der Woche, sind weitere Gründe, warum ich schon so manchen Abend dort verbracht habe. Manch’ nette Unterhaltung ist dabei entstanden.

Riesige Auswahl an Säften

 Dazu brauche ich keinen Alkohol. Den trinke ich allenfalls mal in Form eines Glases Champagners zu den besonderen Events an Weihnachten und Silvester. So kommt mir die riesigen Auswahl an Säften echt entgegen. Mein Favorit ist die Morgenröte mit roter Beete, Orange, Apfel und Zitrone. Außerdem wartet das Team vom „Nil“ immer wieder mit neuen Ideen auf: Zurzeit kann man sich an einer „heißen Liebe“ wärmen, die aus Cranberry-, Apfel- und Zitronensaft besteht.

 Das Frühstücksangebot mit der Möglichkeit, sich alles einzeln zusammenzustellen, finde ich genial – auch wenn ich nie vor 11 Uhr frühstücke und dann schon mal zu den spanischen Meersalz-Kartoffeln mit gebratenen Garnelen greife. Bei diesen Kartoffeln kann man ebenfalls aus zahlreichen Beilagen an Gemüse, Geflügel, Fisch oder Fleisch wählen. Die frische Pasta wird eigens für das „Nil“ hergestellt und al dente, also bissfest, serviert, was man in Kiel kaum findet.

Wechselnde Gerichte, wechselndes Dessert

 Spannend finde ich auch den thailändischen Einschlag wie zum Beispiel Hähnchenbrust in Erdnuss-Kokossauce, Koriander, Limette, Ingwer, Chili – eben innovativ. Dazu kommen die alle zwei bis drei Tage wechselnden Gericht auf den Tafeln über der offenen Küche und ein täglich wechselndes Dessert. Die Preise sind für die gute Qualität meiner Meinung nach nicht überzogen.

 Ich sitze hier nicht, um gesehen zu werden, sondern um Leute zu sehen, die ich kenne. Für mich ist es ein Treffpunkt, eine Begegnungsstätte. Das „Nil“ hat das Flair einer italienischen Piazza. Dank der Heizstrahler, Decken und Markise kann man hier immer draußen sitzen, was mir auch ein Gefühl von Urlaub vermittelt. Das „Nil“ hat genau das, was mir gefällt: offene Gemütlichkeit mitten in der Stadt.

Von Renate Ulbricht

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