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Für den Rasen- und Klassenerhalt

Holstein-Stadion Für den Rasen- und Klassenerhalt

Trotz des historischen Aufstiegs von Holstein Kiel in die 2. Liga hat der Rasen im Holstein-Stadion kaum Schaden bei der Aufstiegsfeier davongetragen. Und selbst wenn, dann gäbe es immer noch Ingo Rumpf. Der 57-jährige Garten- und Landschaftsbauer kümmert sich um das Grün der Störche.

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Der Rasen im Holstein-Stadion ist bei ihm in guten Händen: „Seitdem ich mit Holstein Kiel zu tun habe, bin ich Fußball-Fan“, sagt Ingo Rumpf.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Was heiliger Boden für Holstein-Fans ist, ist für Rumpf schlicht Gegenstand und Ergebnis seiner Arbeit. „Sehen Sie, die Wurzeln gehen über 15 Zentimeter tief“, beschreibt Rumpf, was den Rasen im Stadion besonders trittfest macht, nachdem er den Spaten schwungvoll aufgesetzt und ein Viereck ins Grün gestochen hat.

15 Zentimeter Rasentragschicht, dann 15 Zentimeter Dränschicht, die mit Kiessand für die Ableitung von Wasser sorgt, und darunter eine Dränage. Wozu das alles? „Es geht immer um die Förderung der Rasenpflanze“, so Rumpf. Grundwissen des Fachmanns: Eine Pflanze braucht Licht, Luft, Wasser und Nährstoffe. „Gibt es einen begrenzenden Faktor, entscheidet der über das Wachstum.“ In einem Fußballstadion fehle häufig das Licht vor Tribünen. In Kiel wird das besonders deutlich am Holstein-Block: „Der Rasen vor dem Tor ist schwächer, fast schwarz“, beschreibt Rumpf.

Wie kommt das? Das Graswachstum hört im November auf und beginnt erst im März wieder. In der Zeit müssen Rumpfs Experten den Rasen also erhalten. „Man könnte den Rasen stetig mit Wachstumslicht beleuchten“, macht er deutlich. Wie seine Firma im Holstein-Stadion gegen Rasenschäden ankämpft? „Unsere Maßnahmen sind Mähen, Düngen, Wässern“ – die Grundpflege (Stufe 1). Zum stetigen Erhalt (Stufe 2) trägt die Lockerung mit Meißeln bei. Gegen Spielschäden gehen die Fachleute per Pitcher vor oder wechseln die Rasennarbe per Pfropfen. Außerdem werde auch im Winter ein wenig nachgesät, was zur Regenerationspflege (Stufe 3) gehört.

Der Aufwand, den Rumpfs Firma für Holstein Kiel leistet, ist beträchtlich: Drei Mitarbeiter sind stetig für die Sportplätze am Trainingsgelände in Projensdorf und den Stadionrasen zuständig. Sie bessern auch Oberflächenschäden während der Halbzeitpausen der Heimspiele aus. Im Sommer, wenn das Gras wächst, mähen Rumpfs Leute drei Mal wöchentlich den Rasen. Mit ihnen verspricht Rumpf auch in der 2. Liga alles zu geben. Rasenerhalt und Klassenerhalt glichen da einander. „Wir sind eben Holstein-Fans und Rasen-Fans“, sagt Rumpf.

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Ein Artikel von
Niklas Wieczorek
Lokalredaktion Kiel/SH

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