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Vivien Hauser ist Pilzsachverständige

Jetzt beginnt die Saison Vivien Hauser ist Pilzsachverständige

Mit Gummistiefeln, Korb und Messer zieht Vivien Hauser in den Wald. Mindestens zweimal die Woche macht sie sich auf die Suche nach Pilzen. Die 50-Jährige kennt rund 2000 der circa 6000 Arten in Schleswig-Holsteins Wäldern. Vivien Hauser ist Pilzsachverständige.

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Mit Gummistiefeln, Korb und Messer geht Pilzexpertin Vivien Hauser in der Saison zweimal die Woche in den Wald. Der knopfstielige Rübling auf dem Foto ist allerdings ungenießbar.

Quelle: Sonja Paar

Kiel. „Als Schleswig-Holsteinerin bin ich schon als Kind zu den Pilzen gekommen“, erklärt sie ihre Leidenschaft für die Gewächse. Den Kieler Pilzexperten Max Lettau begleitete sie oft auf Lehrwanderungen. „Aber irgendwann wollte ich mehr wissen.“ Sie lernte. Drei Jahre lang, dann konnte sie die Prüfung zur Pilzsachverständigen ablegen. Seit 19 Jahren darf sich Hauser nun so nennen.

Für den Giftnotruf ist sie immer erreichbar

Seither bietet sie Speisepilzberatungen an, veranstaltet ökologische Führungen und ist für den Giftnotruf immer erreichbar. „In der Woche bekomme ich schon zwei bis drei Anrufe“, sagt Hauser. „Meistens ruft mich ein Krankenhaus an, einmal hatte ich sogar die Kripo dran.“ Meistens seien es kleine Kinder, die Pilze vom Straßenrand gegessen haben. Wenn es kritisch ist, muss Hauser sofort von ihrer Arbeitsstelle los. Die Pilze muss sie selbst unter dem Mikroskop begutachten, um sie zu identifizieren. Fotos reichen dazu nicht aus. „Mein Arbeitgeber stellt mich dafür frei, wie andere für Feuerwehr oder THW.“ Tödlich verlief glücklicherweise noch keiner ihrer Fälle. Eine weitere Aufgabe ihres Ehrenamts ist es, für das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume die verschiedenen Pilzvorkommen zu kartieren. Arbeiten kann sie als Pilzsachverständige allerdings nicht: „Dafür möchte niemand Geld ausgeben.“

Pilzsammler sollten ihre Funde durchsehen lassen

Die Hauptsaison fürs Pilzesammeln beginnt Anfang September und endet mit dem ersten Frost. Um sicher zu gehen, dass man auch keine giftigen Pilze mit nach Hause nimmt, bieten die Kieler Pilzfreunde, ein Verein, dessen Vorsitzende Hauser ist, an, das frische Sammelgut durchzusehen. „Dazu kann man uns anrufen, dann bekommt man innerhalb der nächsten 24 Stunden einen Termin.“

Wer sich für Pilze interessiert oder an Exkursionen teilnehmen möchte, ist bei den Kieler Pilzfreunden nach einer telefonischen Anmeldung willkommen. Weitere Infos im Internet unter www.kieler-pilzfreunde.de

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