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Gary Mangels: Ein Leben ohne Musik? Unvorstellbar!

Serie: Kieler Originale Gary Mangels: Ein Leben ohne Musik? Unvorstellbar!

Kiel ohne Gary Mangels? Das ist für viele nicht vorstellbar. Der Kult-DJ und Entertainer gehört seit 40 Jahren zu Kiel wie Musik zu einer Party: Ohne geht es nicht.

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Zum Geburtstag kamen die Freunde von überall. Toni Dix (rechts) brachte Gary Mangels eine Gitarre als Wandschmuck fürs „Zwack“ mit.

Quelle: Sven Janssen

Kiel. Für seine Discos und Bars, aber auch für seine Auftritte bei der Kieler Woche und sein Engagement bei der Integration Behinderter durch spezielle Discoabende ist er in der Fördestadt bekannt. Und auch mit 70 ist seine Leidenschaft für Musik ungebrochen.

Angefangen hat die Erfolgsgeschichte von Gerd alias „Gary“ Mangels 1976. Da eröffnete er mit Klaus Bunsen die Discothek „Joy“ am Alten Markt. Wer damals in Kiel feiern wollte, kam dorthin. „Wir waren einmalig“, sagt Gary im Rückblick. Ob Kellnerinnen auf Rollschuhen oder Müllsackmodenschau: Im „Joy“ wurde den Gästen einiges geboten. Und die dankten es, indem sie in Scharen kamen.

 1992 schloss die Kult-Disco ihre Türen wegen hoher Pacht und geringer Einnahmen. Das Ausgehverhalten habe sich über die Jahre verändert, meint Gary. Früher sei auch unter der Woche was los gewesen. Heute meist nur noch am Wochenende. 1992 eröffnete Gary seinen „Tanztreff“ am Theodor-Heuss-Ring, der bis zum Ende des Pachtvertrags 2003 die Gäste anzog. Weiter ging es danach in „Gary’s Tanz Tempel“ in der Rendsburger Landstraße. Dort tanzen sich seine Fans bis heute die Füße wund.

Es hieß immer "Musik, Musik, Musik"

 Die Leidenschaft für Musik war bei Gary schon früh zu erkennen. „Bei ihm hieß es immer Musik, Musik, Musik“, erzählt seine Schwester Elke Loof. In der Familie habe er schon früh gesungen und getanzt. Seine erste Lieblingsplatte hatte Gary von Elke bekommen: „Ich zähle täglich meine Sorgen“ von Peter Alexander. Wenn er heute daran denkt, muss der Mann mit den halblangen blonden Haaren – der laut seinem Friseur Norbert Maschmann gerne auch mal auf dem Frisiersessel singt – grinsen.

 Nachdem er als Jugendlicher bei Familienfesten und für Freunde Musik aufgelegt hatte, war Gary mit 19 Jahren Sänger der Band „5Times“. Weitere Bands folgten. Anfang der 70er machte er sich dann einen Namen als Discjockey. Aus dieser Zeit stammt sein Künstlername „Gary“. Im Fördehaus Friedrichsort hatten sie ihn als DJ engagiert. In der Zeitung las Gerd dann die Anzeige für einen Discoabend mit „DJ Gary“. Er dachte, sie hätten ihn durch einen anderen ersetzt. Doch Gary sollte einfach nur interessanter klingen als Gerd. „Hört sich gut an“, dachte er – und blieb bei Gary.

 Heute ist der Name nicht nur Kielern ein Begriff, die zu Zeiten des „Joy“ jung waren – inzwischen kommen sogar deren Kinder. Denn auch bei der aktuellen Musik kennt Gary, der privat am liebsten Soul von „Earth Wind & Fire“ hört, sich aus. Das gehört für ihn als Entertainer einfach dazu.

Gary Mangels ist aus Kiel nicht wegzudenken

 Als guter Unterhalter präsentiert er sich auch immer wieder beim Bühnenprogramm während der Kieler Woche am Alten Markt. Dort ist er seit Jahrzehnten aktiv. „Der gehört hierher auf den Alten Markt“, sagt Garys Bekannte Conni Böring-Schulze. Gary Mangels ist aus Kiel eben einfach nicht wegzudenken.

 Die Tanzfläche gestürmt haben Garys Freunde und Verwandte kürzlich bei seiner Geburtstagsparty im „Zwack“, das er seit vergangenem Jahr am Alten Markt betreibt. An selber Stelle war er von 2000 bis 2003 schon einmal mit der Bar „Gary’s Life“ aktiv gewesen.

 Bis zum Beginn der Geburtstagsparty glaubte Gary an eine kleine Feier im Familienkreis. Doch Lebensgefährtin Renate Nissen hatte zum 70. eine Überraschungsparty organisiert. Erst als sein guter Freund Toni Dix aus Gettorf – der angeblich in Düsseldorf weilte – auftauchte und sich die Gäste an der Tür nacheinander die Klinke in die Hand gaben, dämmerte Gary, dass es etwas Größeres werden würde. „Ich bin total überwältigt“, sagte er mit Tränen in den Augen.

 Die beiden Gibson-Gitarren, die Dix ihm geschenkt hat, will Gary im „Zwack“ aufhängen. Neben Saxofon, Geige und Bildern von Stars wie Louis Armstrong. „Die Musik verbindet uns“, sagt Dix. Und seine Lebensgefährtin Corinna Schmitt ergänzt: „Gary ist für mich der größte Entertainer in Kiel.“ Da würden ihr viele Kieler sicher Recht geben.

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