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Ein Tausendsassa aus dem Kieler Süden

Serie: Kieler Originale Ein Tausendsassa aus dem Kieler Süden

Die große Bühne ist sein Zuhause: So sehr wie Gerd Hausotto hat dem kulturellen Leben im Kieler Süden bisher wohl kein anderer seinen Stempel aufgedrückt.

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Gerd Hausotto ist ein Kieler Original.

Quelle: Uwe Paesler

Kiel. Der 76-Jährige ist einer der Hauptorganisatoren des Hasseer Stadtteilfestes zur Kieler Woche, er hat mit seinen Mitstreitern vom Verein „Lebendiges Hassee“ in den vergangenen Jahren die Waldbühne im Vieburger Gehölz über die Sommermonate hinweg bespielt, und Hausottos Name ist untrennbar mit dem traditionellen Jazzfrühschoppen verbunden. Für den kommenden Monat plant der gebürtige Kieler, der seit 40 Jahren verheiratet ist, einen großen Benefiz-Ball im Kieler Schloss – und auch damit knüpft der umtriebige Senior an frühere Spendenaktionen an.

 Bekannt ist Gerd Hausotto auch aus dem Fernsehen: Auf fast 100 Folgen seiner Talkshow „Lass mal schnacken“ im offenen Kanal Kiel kommt er inzwischen. „Meine Gäste freuen sich immer, dass sie bei mir ausreden dürfen“, sagt Hausotto. Doch nicht nur die fühlen sich wohl, auch er hat sichtlich gefallen am Moderatorenjob gefunden. „Wenn ich nochmal jung wäre, ich würde das heute zu meinem Hauptberuf machen“, sagt Hausotto.

 Gelernt hat er nach der Schule den Beruf des Großhandelskaufmanns. Zunächst verschlug es ihn nach Westfalen, wo er als Prokurist in einem Unternehmen arbeitet, machte sich dann aber selbstständig und führte als Ein-Mann-Betrieb ein Hotel mit 40 Betten in Beckum. Ende der 60er-Jahre kehrte er in den Norden und in sein Elternhaus in der Pestalozzistraße zurück. Hausotto arbeitete in der Lohnabrechnung der Howaldtswerke und später in der Uniklinik, wo er zum Verwaltungsleiter der Neurochirurgie aufstieg. „In der Uniklinik habe ich auch den Betriebssport aufgebaut“, erzählt Hausotto. Unter anderem organisierte er Fußballturniere, in denen die verschiedenen Abteilungen gegeneinander antraten. Auch Prominente brachte er dazu, miteinander für den guten Zweck zu kicken. Nach einer aktiven Spielerzeit war er Trainer und Schiedsrichter bei der SV Hammer und auch Stadionsprecher beim VFB Kiel.

 Und nicht nur da saß er am Mikrofon: Durchs Programm zu führen hat Hausotto bereits vor Jahren gelernt, etwa als Moderator auf der Langeland-Fähre, wo er mit Musikerkollegen aufgetreten ist. „Das hat sehr viel Spaß gemacht“, bilanziert er. Mit seinem Trio, in dem er Schlagzeug gespielt hat und für den Gesang zuständig war, coverte Hausotto unter anderem Titel wie „Der Mann im Mond“ von Gus Backus oder „Weiße Rosen aus Athen“ von Nana Mouskouri. Freilich lernte er viele Musikerkollegen kennen, es entwickelten sich Freundschaften, sodass auch Stars wie der Pianist Gottfried Böttger auf der Waldbühne aufschlugen. „Und unser Stadtteilfest zur Kieler Woche ist das einzige Fest, das über 19 Uhr hinaus geht“, sagt er mit stolz. Getanzt werde bis 23 Uhr.

 Mindestens ebenso spät soll es auch am Sonnaband, 12. November, werden, wenn Hausottos Verein „Lebendiges Hassee“ zum Ball ins Kieler Schloss einlädt (siehe Zusatztext). Erfahrungen mit Spendenaktionen hat Hausotto bereits mehrfach machen können: „Anfang der 80er-Jahre habe ich Spenden im Neuwert von 2 Millionen Mark ins polnische Gdynia gebracht“, sagt er. Unterstützt wurde die Sammlung von Stadt und Kirche. „Damit haben wir auch die Grundlage für die heutige Städtepartnerschaft gelegt.“

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Ein Artikel von
Thomas Paterjey
Lokalredaktion Kiel/SH

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