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Kieler Originale Amerika nach Kiel getragen
Kieler Originale Amerika nach Kiel getragen
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07:51 17.05.2016
Von Carola Jeschke
Jan Bensien vom International Department der Kieler Universität wird oft scherzhaft „Mister International“ genannt. Quelle: Frank Peter

Amerika, das facettenreiche Land auf der anderen Seite des „großen Teichs“ ließ Bensien jedoch nicht mehr los. Er ist ihm bis heute treu geblieben, und für sein langjähriges Engagement für die Amerika-Gesellschaft Schleswig-Holstein und den deutsch-amerikanischen Austausch erhielt er 2014 die Bundesverdienstmedaille. Auch als Studienberater für ausländische Studenten im International Center der Kieler Universität fördert er aktiv den Dialog der Kulturen.

 Das International Center in der ehemaligen Universitätsbibliothek (UB) am Westring ist Anlauf- und Beratungsstelle für ausländische Studenten und Wissenschaftler, für Hochschulpartnerschaften und internationale Kontakte, für praktische Tipps von der Wohnungssuche bis zur Zulassung. In seinem Büro sitzt der Mann, der seit vielen Jahren Experte auf diesem Gebiet ist, an seinem Schreibtisch und trinkt Ingwertee. „Eigentlich hatte ich etwas anderes vor“, erzählt der 47-jährige Kieler, den manche scherzhaft „Mr. International“ nennen. „Amerika hatte ich zunächst gar nicht im Blick.“ Das sollte sich ändern. 1991 ging es zum ersten Mal mit einem Freund auf Tour durch die Vereinigten Staaten. „Das Land hat es mir sofort angetan.“ Besonders fühlte sich Bensien von der positiven Alltagskultur, dem Optimismus und dem pragmatischen Elan der Menschen angezogen. „Die deutsche Kultur ist grüblerischer.“ Die Entscheidung, zwei Semester in den USA zu studieren, fiel leicht.

 Während des Studiums in Bloomington im Bundesstaat Indiana nahm er an einem Projekt teil, das ihn in das Reservat der Navajo Indianer im Bundesstaat New Mexico führte. Da er bereits als Zivildienstleistender in einer Klinik gearbeitet hatte, wurde er als Helfer in einer indianischen Klinik eingesetzt. „Das hat mich sehr geprägt“, sagt Bensien, der durch seine Erfahrungen ein lebenslanges Interesse für die Kultur der nordamerikanischen Indianer entwickelt hat und bis heute seine Kontakte pflegt. „Es blieb immer eine Leidenschaft.“ Bensien studierte die Geschichte der Indianer und setzte das Thema Indianerpolitik der USA später als Programmleiter des Kennedy Infozentrums auf die Agenda. Zufall oder Schicksal: Genau dort wurde zum Ende seines Studiums eine Stelle frei. Jetzt gab es sogar Geld für das, was er am liebsten machte: Amerika nach Kiel tragen.

 Parallel dazu übernahm er die Studienberatung „Education USA“ für Schüler aus ganz Schleswig-Holstein. „Da habe ich schon gemerkt, dass ich den Bereich sehr spannend finde.“ Das Interesse der Deutschen an den USA hänge immer stark vom aktuellen Präsidenten und der politischen Situation ab. Sein eigenes Interesse wurde auf vielen beruflichen und privaten USA-Reisen dagegen immer größer. Seine Lieblingsregionen sind die Golfküste Floridas und New Mexico. „Es gibt keinen Staat, der so kontrastreich ist.“

Für die Amerika-Gesellschaft arbeitet Bensien heute ehrenamtlich als Programmleiter, bis 2013 war er ihr Vorsitzender. Seit 16 Jahren ist der Amerika-Fan nun beruflich auch global unterwegs: als Studienberater im International Center. „Jetzt bin ich für Studenten aus allen Ländern da.“ Interkulturelle Sensibilität sollte man für diesen „Traumjob“ schon mitbringen, findet Bensien, der alljährlich nach Patenschaften, Zimmern oder Weihnachtsfeiern für „seine“ Studenten aus China, Pakistan, Indien oder Iran sucht. In der Freizeit beschäftigt sich der verheiratete Vater zweier Söhne übrigens mit Indianerkulturen: Es gibt sie doch – glückliche Menschen, die Beruf und Privatleben nicht trennen müssen!

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