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„Die Lieder sind wie ein Tagebuch“

Serie: Kieler Originale „Die Lieder sind wie ein Tagebuch“

Tagsüber arbeitet sie bei der Kieler Volksbank, abends steht sie als Kasa auf der Bühne oder im Probenraum. Im heutigen Teil unserer Serie „Kieler Originale“ stellen wir Katharina Müller vor.

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„Das ist Gänsehaut pur“: Katharina Müller, Sängerin und Bank-Mitarbeiterin, über Fans, die vor der Bühne stehen und ihre Lieder mitsingen.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. „Ja, ich bin ein echtes Kieler Original“, sagt die 28-jährige Frau, die sich anschickt, als Sängerin ein musikalisches Aushängeschild der Stadt zu werden. Gehörte sie jahrelang zur Gruppe „Büro am Strand“, steht sie seit gut vier Jahren unter dem Künstlernamen Kasa auf der Bühne. Und in der Musik findet die gebürtige Kielerin einen Ausgleich für ihren Berufsalltag.

 Musik begleitet Katharina Müller schon von klein auf. „Die Platten meiner Eltern von Abba, Freddy Mercury und Meat Loaf kannte ich auswendig“, sagt sie. „Ich habe die Texte in meinem kindlichen Fantasie-Englisch nachgesungen.“ Mit sechs Jahren dann sah sie eine Bühnenfassung von „Peter und der Wolf“ – und wollte lernen, wie man Geige spielt. Bald kamen Schlagzeug und Flöte als Instrumente hinzu; die Waldorfschule förderte ihre musikalische Entwicklung. Derzeit übt sie fleißig an der Gitarre. „,Warum hast du das nicht schon vor zehn Jahren gemacht?’“ frage ich mich jetzt. In der Ostseehalle – wo sonst als echte Kielerin? – sah sie im Jahr 1999 auch zum ersten Mal den Auftritt eines Musik-Stars: Britney Spears gastierte mit ihrer „Oops, I did it again“-Tour an der Förde. Geprägt hat sie dann aber eine andere Stimme: „Mein großes Vorbild ist Beyoncé Knowles“, bekennt Müller. Ein wenig ist das auch herauszuhören aus ihrer ersten eigenen CD, die gerade erschienen ist. Mehr als ein Jahr Arbeit hat sie in die Platte investiert – vom Produzieren und Mischen der einzelnen Tracks bis hin zur Gestaltung des Covers. Mitgewirkt hat bei der Platte ihr Musiker-Kollege Andreas Jordt, der sie auch bei ihren Live-Auftritten begleitet. Er ist auf der Rückseite der CD-Hülle zu erkennen.

 „Meine Musik ist unverfälscht“, sagt Müller. „Sie ist ehrlich, so wie wir Kieler auch reden.“ Ihren künstlerischen Ausdruck findet die 28-Jährige zwar in der englischen Sprache, von der Seele her ist die Musik aber durch und durch „Kieler Musik“. „Echte Kieler reden nicht lange um den heißen Brei, sondern kommen schnell auf den Punkt“, sagt sie. Und so seien auch ihre Songs. Sie handeln – das ist der rote Faden auf der Platte – von der Liebe. „Die Lieder sind wie ein Tagebuch“, beschreibt die junge Frau. Entstanden seien sie in einer sehr emotionalen Zeit. „Musik zu machen, das ist für mich auch immer ,Therapie for free’.“

 Vom Songschreiben und Singen würde sie gerne leben können – jedoch kommt für sie die Teilnahme an einer Casting-Show à la „Deutschland sucht den Superstar“ nicht infrage. Daher betreibt sie das Musizieren eher als Hobby, das dafür aber auch täglich. Ihren Broterwerb hat sie seit ihrer Ausbildung, die sie 2007 begonnen hatte, bei der Kieler Volksbank. Inzwischen arbeitet sie dort im Projekt- und Prozessmanagement. „Der Job lebt von Veränderungen“, sagt sie. Veränderungen wie etwa die Optimierung der Abläufe bei der Bargeldauszahlung am Schalter. „Ich muss mich immer wieder in meine Kollegen hineinfühlen, um sie dabei mitzunehmen.“ Und mitnehmend sein soll eben auch ihre Musik. Wie es ist, dass alle Augen auf einen schauen, weiß Katharina Müller auch vom Tanz in der Lateinformation. Einer ihrer größten Auftritte war, als sie in der Kieler Woche auf der NDR-Bühne stand und so das Vorprogramm von „Tiffany“ bestritt. Im vergangenen Jahr hatte Müller sieben bis acht Auftritte. In diesem Jahr wird sie als Kasa unter anderem beim Bootshafensommer zu hören sein. „In der ersten Reihe stehen manchmal Fans, die meine Lieder mitsingen können“, sagt sie. „Das ist Gänsehaut pur.“

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Ein Artikel von
Thomas Paterjey
Lokalredaktion Kiel/SH

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